Beim Wahlausgang für die Linke denkt Liedermacher Wolf Biermann an den lieben Gott - an den er gar nicht glaubt. Und verrät nebenbei seinen persönlichen Favoriten.
Liedermacher Wolf Biermann nimmt am Festakt zur Übergabe des Archivs des Liedermachers und Dichters Wolf Biermann an die Staatsbibliothek zu Berlin teil. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Liedermacher Wolf Biermann nimmt am Festakt zur Übergabe des Archivs des Liedermachers und Dichters Wolf Biermann an die Staatsbibliothek zu Berlin teil. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Liedermacher Wolf Biermann (84) freut sich über das schwache Ergebnis der Linkspartei bei der Bundestagswahl.

Er sei in der Wahlnacht aufgewacht, als plötzlich das Telefon seiner Frau Pamela aufgeleuchtet habe, berichtet Biermann in der «Zeit»-Beilage «Christ & Welt» (Donnerstag). «Sie hatte ihren Newsticker zu den Wahlen aktiviert: Die Linke, 4,9 Prozent! Da dachte ich an das Bibelwort: ‚Den Seinen gibt’s der Herr im Schlafe!‘», so Biermann. «Und ich fand das grosszügig, dass Gott, obwohl er ja weiss, dass ich nicht an ihn glaube, diese 4,9 Prozent für mich manipuliert hat.»

Der Künstler würde es begrüssen, wenn der Sozialdemokrat Olaf Scholz Bundeskanzler würde. «Scholz ist so wunderbar grau im allerbesten Sinne eines Mangels an Eitelkeit – wie übrigens auch Angela Merkel.» Biermann war 1976 als Oppositioneller aus der DDR ausgebürgert worden.

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