Es wurden Bilder und Videos veröffentlicht, die die Beschlagnahmung der Superjacht «Scheherazade» zeigen. Das Schiff gehört wohl Wladimir Putin.
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Zwei Helikopterlandeplätze, ein Swimmingpool und ein Kino: die russische Jacht «Scheherazade» im Hafen von Carrara in der Toskana. (Archivbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Am frühen Samstagmorgen hat die italienische Polizei eine Superjacht festgesetzt.
  • Es wird vermutet, dass das 677-Millionen-Schiff Wladimir Putin gehört.
  • Videos und Bilder im Netz zeigen die dramatische Aktion der Finanzpolizei.

Im italienischen Hafen von Marina di Carrara wurde am frühen Samstagmorgen die Mega-Superjacht «Scheherazade» festgesetzt. Der Grund für die Festsetzung: Es wird vermutet, dass diese heimlich Kreml-Chef Wladimir Putin gehören könnte. Bestätigt ist dies allerdings bislang nicht. Das italienische Finanzamt spricht lediglich von einem Besitzer mit Verbindungen zu «prominenten Elementen der russischen Regierung».

Bekannt ist aber: Das 140 Meter lange Schiff fährt unter der Flagge der Kaimaninseln und war den Behörden offenbar schon länger aufgefallen. Seit März hatten sie demnach versucht den endgültigen Eigentümer zu ermitteln – und schlugen am Samstag also endlich zu.

Verschiedene Bilder und Videos im Netz zeigen die dramatischen Szenen an dem toskanischen Hafen. Zu sehen ist etwa, wie die Finanzpolizei den Wasserweg blockiert und Beamte dem britischen Kapitän die Papiere reichen. Auch ein Helikopter stand im Einsatz, die Aktion zog viele Gaffer an.

Offenbar kam Finanzminister Daniele Franco mit seiner Entscheidung für die Beschlagnahmung einem Auslaufen zuvor. Medienberichten zufolge war die Jacht nämlich nach Monaten im Trockendock am Dienstag erstmals wieder zu Wasser gelassen worden.

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Beamte der italienischen Finanzpolizei überreichen dem britischen Kapitän der Superjacht die entsprechenden Papiere zur Festsetzung.
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Bereits seit März versuchten die Behörden herauszufinden, wer der Besitzer der «Scheherazade» ist. Es wird vermutet, dass das Schiff Wladimir Putin gehört.
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Die Finanzpolizei versperrte den Weg für die Superjacht mit einem eigenen Schiff.

Crew-Mitglieder seien beobachtet worden, wie sie das Schiff eilige beluden. Ausserdem sei die Jacht in der Vorwoche aufgetankt worden. Es sah demnach alles so aus, als würde das Schiff startklar gemacht werden. War eine mögliche Flucht aus dem italienischen Gebiet geplant?

Nutzt Wladimir Putin einen Vertrauten als Strohmann?

Die Superjacht wird von den italienischen Behörden auf einen Wert von rund 677 Millionen Franken geschätzt. Laut der spezialisierten Website «SuperYachtFan» verfügt das Schiff über zwei Helikopterlandeplätze, einen Swimmingpool und ein Kino. Gebaut wurde es im Jahr 2020 von der deutschen Firma Lürssen.

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So sieht es in der Mega-Jacht aus, die wahrscheinlich Wladimir Putin gehört.

Dass die «Scheherazade» Wladimir Putin gehört, davon ist etwa das Team des in Russland inhaftierten Kreml-Gegners Nawalny überzeugt. Das zuletzt an dem Schiff arbeitende Luxusjacht-Unternehmen, teilte vor Wochen aber mit, dass dies zumindest laut Dokumenten nicht stimme.

Italienische Medien berichteten währenddessen, dass als Besitzer Eduard Chudainatow eingetragen ist. Der Ex-Chef des russischen Staatskonzerns Rosneft wird auch als Eigentümer der Superjacht «Amadea» aufgeführt. Das Schiff wurde am vergangenen Dienstag auf Fidschi festgesetzt.

Befürworten Sie die Sanktionen gegen Russland?

Vermutet wird jedoch, dass Chudainatow lediglich ein gern genutzter Strohmann ist, um die Sanktionen zu umgehen. Der Erdölmanager steht nämlich aktuell nicht auf Sanktionslisten – Wladimir Putin dagegen schon.

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