Kreml-Chef Wladimir Putin wuchs in Armut auf. Ist seine schwere Kindheit mitschuldig an seinen jetzigen Verbrechen?
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Wladimir Putin weint, als er 2012 wiedergewählt wird. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wladimir Putin wurde 1952 im heutigen Sankt Petersburg geboren.
  • Er und seine Eltern lebten in extremer Armut, und Putin war als Kind oft alleine.
  • Laut Psychologen könnte seine schwere Kindheit schuld an der jetzigen Situation sein.

Vor rund zwei Wochen begann Russland mit seinem Angriff auf die Ukraine. Die Bilder von verletzten Menschen und zerstörten Gebäuden sorgen auf der Welt für Entsetzen. Über zwei Millionen Ukrainer sind mittlerweile aus ihrem Heimatland geflüchtet – viele mussten ihre Liebsten im Kriegsgebiet zurücklassen.

Wladimir Putin (69), der Mann hinter den Angriffen, zeigt sich von den immer strenger werdenden Sanktionen des Westens bislang unbeeindruckt. Offiziell spricht er von der «Entnazifizierung» und «Entmilitarisierung» der Ukraine und stellt sich als Helden der Unterdrückten dar.

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Waldimir Putin im Jahr 2021.
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Der Kreml-Führer 2010.
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Putin mit Ex-Präsident George W. Bush 2007.
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Kreml-Führer Vladimir Putin.

Doch wer ist der Mann, der die Welt in Angst und Schrecken versetzt? Über die Vergangenheit des Kreml-Führers ist wenig bekannt. Aber: Der einstige Spion hat laut diversen Medienberichten eine schlimme Kindheit hinter sich.

Putins Eltern liessen ihn oft alleine

Putin wurde 1952 in Leningrad (heute Sankt Petersburg) geboren. Die russische Stadt wurde während des Zweiten Weltkriegs 871 Tage lang von den Nazis belagert. Eine Million Menschen verhungerten. Die Belagerung wird heute als Völkermord klassifiziert.

Die Familie von Wladimir Putin litt laut Berichten unter den Nazis. Sein Vater wurde im Krieg schwer verletzt, seine Mutter verhungerte beinahe. Bevor der heutige Russland-Präsident zur Welt kam, verloren seine Eltern zwei Kinder.

Auch nach 1952 war das Leben schwierig für die Familie. Putin und seine Eltern lebten mit zwei anderen Familien in einem Zimmer in einer heruntergekommenen Wohnung. Sie hatten kein heisses Wasser und konnten auch im bitteren Winter nicht heizen.

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Wladimir Putin mit seinen Eltern Maria und Wladimir. - Twitter

Sein Vater und seine Mutter arbeiteten Tag und Nacht, um die Familie über Wasser zu halten. Ihren Sohn liessen sie stundenlang alleine im Mehrfamilienhaus, wo er laut Berichten von den anderen Kids gemobbt wurde.

Nach einem Abschluss in Rechtswissenschaften trat er dann dem «Komitee für Staatssicherheit» (KGB) bei und arbeitete als Spion. Trotz seines Erfolges scheint es, als habe Wladimir Putin seine schwere Kindheit nie überwinden können.

Wladimir Putin: Kindheit Schuld an Gräueltaten?

Was hat das alles mit seinen jetzigen Verbrechen zu tun? Die polnisch-schweizerische Psychologin Alice Miller (†87) etwa glaubte, dass Menschen nicht böse geboren werden. Vielmehr sind Vernachlässigung, Verachtung, Gewalt oder Missbrauch in der Kindheit schuld.

Solche Kinder neigen später dazu, die ihnen zugefügte Gewalt zu verherrlichen und selbst solche Gewalt auszuüben.

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Demonstranten in Beirut, Libanon, vergleichen Wladimir Putin mit Adolf Hitler. - keystone

Brisant: Der Mangel an elterlicher Liebe ist ein gemeinsamer Nenner im Lebenslauf von vielen Mördern. Alice Miller schrieb in einem Essay: «Alle Kindheitsgeschichten von Serienmördern und Diktatoren, die ich untersucht habe, zeigten, dass sie ausnahmslos Opfer extremer Grausamkeit waren.»

So wurde Adolf Hitler (†56) von seinem Vater geschlagen, der Papa von Josef Stalin (†74) misshandelte seinen Sohn brutal. Auch Chinas Mao Zedong (†82) und der rumänische Diktator Nicolae Ceausescu (†71) hatten eine schwere Kindheit.

Millers Theorien gelten allerdings als umstritten.

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