Vergewaltigungs-Vorwürfe: Anwalt von Marius fordert Freispruch
Marius Borg Høiby steht vor Gericht – unter anderem wegen Vergewaltigung. Sein Verteidiger fordert nun einen Freispruch.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Prozess gegen Mette-Marits Sohn, Marius Borg Høiby, neigt sich dem Ende zu.
- Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von mehr als sieben Jahren.
- Sein Verteidiger plädiert bei den Vergewaltigungs-Vorwürfen auf Freispruch.
Im Prozess gegen den Sohn der norwegischen Kronprinzessin hat dessen Verteidiger in Oslo für einen Freispruch von den Vergewaltigungs-Vorwürfen plädiert.
«Es gibt keine Beweise, die dafür sprechen, dass Marius für die Vergewaltigungen verurteilt werden kann», sagte Verteidiger Petar Sekulic der Zeitung «Verdens Gang» zufolge am Donnerstag. «In keinem der vier Fälle.»
Die Verteidigung sieht es demnach nicht als erwiesen an, dass Marius Borg Høiby vier Frauen nach norwegischem Recht vergewaltigt hat, während diese laut Anklage schliefen und sich nicht zur Wehr setzen konnten.
Videos, die der Angeklagte selbst während der mutmasslichen Taten gemacht haben soll, seien keine eindeutigen Beweise – und ohne solche stehe Høibys Wort gegen das der Frauen, so Verteidiger Petar Sekulic.
Verteidiger zweifelt an Glaubwürdigkeit der Opfer
Sekulic sät Zweifel an der Glaubwürdigkeit vor allem eines der mutmasslichen Opfer. «Ich glaube, dass sie einen lockeren Umgang mit der Wahrheit und Fakten hat – und dass sie während der sexuellen Handlungen höchstwahrscheinlich wach war», wird er von «Verdens Gang» zitiert.

Die Frau hatte Medien zufolge ausgesagt, einen Blackout gehabt zu haben, und nahegelegt, dass ihr jemand Drogen verabreicht habe.
In anderen Fällen argumentiert Sekulic laut der Zeitung damit, dass die betroffenen Frauen kurz vor den vorgeworfenen Taten bereits mehrfach einvernehmlichen Sex mit Høiby gehabt hätten. Sie hätten mit ihm geflirtet, sich von seinem Promi-Status angezogen gefühlt und sich freiwillig auf One-Night-Stands mit ihm eingelassen.
Mehrere der Frauen hätten die anschliessenden Vorfälle zunächst nicht als Übergriffe betrachtet. Auch hier lasse sich nicht eindeutig klären, ob sie wirklich geschlafen hätten, so der Verteidiger.
Staatsanwaltschaft fordert mehr als sieben Jahre Haft
Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch dafür plädiert, Høiby in 39 von 40 Anklagepunkten zu verurteilen, und eine Gesamtstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten Haft für Mette-Marits Sohn gefordert. Lediglich eines Verstosses gegen ein Kontaktverbot solle Høiby freigesprochen werden.

Die Zeit, die er schon in Untersuchungshaft verbracht hat – es sind rund zwei Monate –, soll von der Haftstrafe abgezogen werden. In diesem Punkt sind sich Staatsanwälte und Verteidiger einig. Ausserdem verlangt die Anklage ein zweijähriges Kontaktverbot zu einer von Høibys Ex-Freundinnen.
Die lange Anklageliste von Marius
Der 29-Jährige ist unter anderem wegen vier Fällen von Vergewaltigung nach norwegischem Recht, häuslicher Gewalt gegen zwei Ex-Freundinnen, zahlreicher Verstösse gegen Kontaktverbote, Beleidigung von Polizisten, eines Drogentransports sowie mehrerer Verkehrsdelikte angeklagt.
Einige der Taten hat Høiby eingeräumt, die Vergewaltigungs-Vorwürfe aber bestritten. Das Urteil wird erst später erwartet. Høiby bleibt vorerst in Untersuchungshaft.
















