Prozessende naht: Experten rechnen mit Gefängnisstrafe für Marius

    Luca Micheli
    Luca Micheli

    Norwegen,

    Diese Woche soll der Gerichtsprozess gegen Marius Borg Høiby beendet werden. Laut Experten wird der Sohn von Mette-Marit eine Haftstrafe absitzen müssen.

    Marius
    Die Zukunft um Marius Borg Høiby ist ungewiss. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Marius Borg Høiby steht kurz vor Ende seines Gerichtsprozesses.
    • Unabhängig von der Urteilsverkündung vermuten Experten eine Haftstrafe.
    • Am Dienstag sollen Staatsanwaltschaft und Kläger ihre geforderten Strafmasse verkünden.

    Seit knapp sechs Wochen steht Marius Borg Høiby (29) vor Gericht.

    Auf dem Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) lastet eine Anklageliste mit 38 Punkten. Darunter Vergewaltigung in vier Fällen sowie Körperverletzung. Nun ist die letzte Verhandlungswoche angebrochen.

    Laut «Bunte» werden die verschiedenen Parteien, darunter Staatsanwalt Sturla Henriksbø sowie die Kläger-Anwältinnen Heidi Reisvang und Mette Yvonne Larsen ihre Abschlussplädoyers halten. Am Dienstag soll das von ihnen jeweils geforderte Strafmass verkündet werden. Das Prozessende ist auf den 19. März datiert.

    Marius
    Marius Borg Høiby, dargestellt in einer Skizze, während der Gerichtsverhandlung in Oslo. - keystone

    Trotz des ungewissen Ausgangs sind sich Experten einig: Um eine Haftstrafe wird der 29-Jährige nicht herumkommen.

    Drogen- und Verkehrsdelikte hatte Marius in der Vergangenheit bereits eingeräumt, alle weiteren mutmasslichen Vergehen streitet er vehement ab.

    Reporterin «schockiert» über Textnachrichten

    Vor Gericht erklärte Marius, er könne sich an die betreffenden Situationen nicht mehr erinnern. Die Aussagen von Zeugen, die gegen ihn ausgesagt hatten, bezeichnete er als Lüge. Reporterin Pauline Naethbohm, die den Prozess in Oslo verfolgt, meint: «Sobald es so um Zwischenmenschliches geht, habe ich das Gefühl, dass er komplett kalt ist.»

    Glaubst du auch, dass Marius in den Knast muss?

    Für sein Fehlverhalten würde er keine Verantwortung übernehmen, auch von Reue oder Einsicht ist kaum die Rede. Sein aggressiver Umgang gegenüber Frauen aus früheren Beziehungen stellt vor Gericht einen zentralen Diskussionspunkt dar.

    Marius
    Marius Borg Høiby und Nora Haukland waren von Sommer 2022 bis Herbst 2023 ein Paar. - X / @730no

    Im Zuge der Beweisaufnahme wurden frühere Chatverläufe zwischen Marius und Ex-Freundin Nora Haukland gezeigt. «Das waren teilweise wirklich heftige beleidigende und kontrollierende SMS. Das war schon sehr schockierend», so Naethbohm. Auch in den Sprachnachrichten waren seine impulsiven Reaktionen offenbar deutlich zu erkennen.

    Ex-Freundinnen beschuldigen Mette-Marit

    Was der Reporterin im Gerichtssaal besonders ins Auge sticht, sind seine plötzlichen Tränen. Es scheint, als weine Marius vor Wut: «Er wirkt einfach wie ein Mensch, der komplett im Bann seiner Emotionen ist und sich von ihnen steuern lässt.»

    Sobald seine Familie angesprochen wird, breche der Sohn von Mette-Marit angeblich häufiger in Tränen aus. Von seiner Mutter und Stiefvater Kronprinz Haakon (52) habe Marius laut eigener Aussage grosse Unterstützung erfahren dürfen.

    Mette-Marit
    Gesundheitliche Probleme, die Epstein-Files und der Gerichtsprozess um ihren Sohn: Mette-Marit bläst ein eisiger Wind entgegen. - keystone

    Seine Ex-Freundinnen vertreten hierzu die konträre Ansicht. Sie konfrontieren Mette-Marit mit dem Vorwurf, sich zu wenig um ihren Sohn gekümmert zu haben. Nach ihrer Schlussfolgerung könnte ein Aufmerksamkeitsdefizit für Marius' Verhalten ausschlaggebend sein. Die Kronprinzessin selbst erschien bisher nicht vor Gericht.

    Gescheitertes Ansehen beim Volk

    Unabhängig davon, wie der Prozess sein Ende nehmen wird, zogen die düsteren Marius-Schlagzeilen einen tiefen Riss in den norwegischen Palast.

    Mette-Marit
    Der norwegische Palast leidet derzeit unter seinem Ruf. - keystone

    Das Entsetzen in der Bevölkerung scheint gross – und das Vertrauen komplett gewichen. «Ein junger Norweger hat mir vorhin am Flughafen erzählt, dass er das alles absurd und schrecklich findet», berichtet «Bunte»-Reporterin Naethbohm.

    Das Königshaus müsse einen Weg finden, sich vom Skandal reinzuwaschen und hinterfragen, wie zeitgemäss das Konzept Monarchie heutzutage noch sei.

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