Prinz Harry sagt als Zeuge vor Gericht aus
Prinz Harry ist am dritten Tag des Verfahrens in seiner Zivilklage gegen den Verlag der Boulevardzeitung «Daily Mail» überraschend vorzeitig in den Zeugenstand getreten.

Prinz Harry (41) sagt in London vor Gericht gegen Boulevardjournalisten aus. Er wirft dem Verlag der «Daily Mail» jahrelange illegale Spionage vor.
Der High-Court-Prozess begann am 19. Januar und soll neun Wochen dauern. Harry beschuldigt zusammen mit Prominenten wie Elton John Journalisten systematischer Rechtsbrüche bei Recherchen.
Die Kläger legten 14 fragwürdige Artikel des Verlags Associated Newspapers Limited (ANL) vor, berichtet der «Tagesspiegel». Diese decken Harrys Beziehung zu Ex-Freundin Chelsy Davy ab, die intime Details seien auf legalem Weg nicht erhältlich gewesen.
Illegale Recherchemethoden
Harrys Klägeranwalt David Sherborne sprach laut «BBC» von einer «klar systematischen und nachhaltigen» Praxis der unerlaubten Informationsbeschaffung. Harry sei besonders ins Visier geraten, weil seine privaten Geschichten enorme Klick- und Auflagenzahlen generierten.
Journalisten sollen Telefone abgehört und Mailboxnachrichten abgefangen haben, berichtet der «Stern». Beim sogenannten «Blagging» nutzten sie falsche Identitäten.
So verschafften sie sich Zugang zu Krankenakten und Bankauszügen, wobei diese Praktiken sich über Jahre erstreckten». ANL weist alle Anschuldigungen entschieden zurück.
Prinz Harry zeigt Nervosität im Gerichtssaal
Vom Selbstbewusstsein, mit dem Prinz Harry das Gerichtsgebäude betreten hatte, blieb im Zeugenstand nichts übrig. Er lächelte zuvor und reckte der Presse den Daumen hoch, wie die «Zeit» beschreibt.
Bei Aussagen wirkte der 41-Jährige deutlich angespannt und verunsichert. Der Richter musste ihn mehrmals ermahnen, die Argumentation nicht selbst zu übernehmen.
«Ihre Rolle ist einfach, die Fragen so gut wie möglich zu beantworten», sagte der Richter an den Royal gewandt. Harrys anfängliche Gelassenheit wich spürbarer Nervosität.
Drittes Verfahren gegen Medienhäuser
Dies ist Harrys drittes Verfahren gegen Medienhäuser dieser Art. Den Tod seiner Mutter Diana lastet er der Presse schwer an.

Diana starb 1997 bei einem Autounfall in Paris vor Paparazzi. Harry war damals zwölf Jahre alt und tief traumatisiert, seitdem prägt Misstrauen sein Verhältnis zur Medienwelt.
Auch den Rückzug aus dem engeren Kreis der Königsfamilie lastet Harry laut der «Zeit» teilweise den Boulevardmedien an. Die Medien folgten ihm seit seiner Kindheit auf Schritt und Tritt.
















