Niki Lauda feiert einen runden Geburtstag

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    DPA, Pascal Moser

    Österreich,

    Niki Lauda hat nicht nur die «Grüne Hölle» überstanden. Im Leben der österreichischen Formel-1-Ikone kam es oft auf das Kämpferherz an.

    Niki Lauda ist auf dem Weg der Besserung. Foto: Rolf Vennenbernd
    Niki Lauda ist auf dem Weg der Besserung. Foto: Rolf Vennenbernd - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Niki Lauda arbeitet wie schon so oft in seinem Leben an einem Comeback.
    • Der ehemalige Formel-1-Fahrer erholt sich derzeit von einer Lungentransplantation.

    Die österreichische Formel-1-Legende Niki Lauda befindet sich nach einer Lungentransplantation und einer Grippe-Erkrankung derzeit in der Rehabilitationsphase.

    «Es geht bergauf», sagt sein Sohn Mathias Lauda der Deutschen Presse-Agentur vor dem 70. Geburtstags des Vaters. Bis zu sechs Stunden täglich verbringe Niki Lauda in der Reha in Wien, um seinen Körper zu kräftigen. «Er kämpft wie ein Löwe», versichert Mathias Lauda.

    Niki Lauda der Kämpfer

    Der Kampf gehört zum Leben von Niki Laudas wie die rote Kappe, die er stets auf dem Kopf trägt. Der dreimalige Formel-1-Weltmeister überlebte 1976 den Feuerunfall auf dem Nürburgring. Als Spätfolge musste er sich zweimal einer Nierentransplantation unterziehen. Im vergangenen Sommer wurde ihm dann eine Lunge transplantiert.

    Nach einer Grippe-Erkrankung musste der Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams im Januar erneut im Krankenhaus behandelt werden. «Er will so schnell wie möglich ins normale Leben zurück», sagte Mathias Lauda.

    Niki Lauda
    Niki Lauda mit seiner bekannten roten Kappe. - dpa

    Aufgeben war für seinen Vater nie eine Option. Trotz schwerer Verbrennungen und einer verätzten Lunge überstand Niki Lauda 1976 einen Horrorunfall auf dem Nürburgring. Seine damalige Frau Marlene erzählte Lauda, dass die Ärzte nicht damit rechneten, dass er die erste Nacht überstehen würde. Im Krankenhaus gab ihm damals ein Priester sogar schon die letzte Ölung.

    Das «depperte» Comeback

    Aber Lauda kämpfte. Nur 42 Tage später sass er in Monza wieder im Rennwagen und wurde Vierter. «Wie kann der Depperte wieder fahren, wenn er gerade verbrannt ist?», fragte Lauda einmal stellvertretend für alle Kritiker und Zweifler.

    Die Erklärung lieferte er gleich hinterher: «Die schnelle Rückkehr gehörte zu meiner Strategie. Nicht lange daheim zu sitzen und darüber nachzugrübeln.» Geblieben ist seitdem das rote Kapperl, das einen ganz pragmatischen Ursprung hat.

    Damit der blutverschmierte Verband beim Abnehmen des Helms nicht verrutschte, verpasste sein Physiotherapeut Lauda die markante Mütze. Selbst als der Rennfahrer den Wickel gar nicht mehr brauchte, behielt er die Kappe. Weil die Leute sonst nur auf die Wundmale und ihm nicht in die Augen schauten. «Das war ein Schutz gegen gemeine Blicke», erläuterte Lauda einmal.

    Lauda und Clay Regazzoni
    Niki Lauda (links) und Clay Regazzoni bildeten eines der spektakulärsten Teams der Formel-1-Geschichte. - keystone

    Karrierende und Schicksalsschlag

    1985 beendete der Spross einer Industriellenfamilie seine Formel-1-Karriere, sechs Jahre zuvor hatte er schon seine Fluglinie Lauda Air gegründet. Im Mai 1991 ereignete sich erneut ein Unglück – in Thailand stürzte eine von Laudas Maschinen ab. Für Lauda war es das schlimmste Ereignis in seinem Leben. «Ich war tief erschüttert, mein Unfall war nichts gegen das, was ich dort gesehen habe.»

    Die Bilder, wie er über das Trümmerfeld lief, gingen damals um die Welt. Lauda fühlte sich schuldig. Erst nach mehreren Monaten wurde herausgefunden, dass es sich um einen technischen Defekt handelte.

    Der Nimmersatte Lauda

    Lauda stieg später vorübergehend wieder aus dem Airline-Geschäft aus. Zwischen 1993 und 1995 beriet er Ferrari. Bis Ende 2017 trat er über 20 Jahre als TV-Experte für RTL mit unverblümter Meinung auf. Im September 2012 stieg Niki Lauda zum Mercedes-Teamaufsichtsratschef auf und sammelte später auch als Funktionär WM-Titel um WM-Titel.

    Die Rückkehr Laudas an die Rennstrecke sehnen sie bei Mercedes herbei. Ein Comeback zum Grand-Prix-Auftakt der Formel 1 im März in Melbourne hält Mathias Lauda allerdings für nicht besonders wahrscheinlich. « Es ist wichtig, dass der Körper zu alter Stärke gelangt», sagte der Sohn. Und auf eine Feier zum Geburtstag kann sein Vater wie gewohnt gerne verzichten.

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