Jetzt wollen die Ösis eigene Ski-Halle bauen!
Der Österreichische Skiverband prüft den Bau einer Skihalle. Präsidentin Roswitha Stadlober ist überzeugt: «Skihalle ist die Zukunft.»

Das Wichtigste in Kürze
- Der ÖSV gründet eine Arbeitsgruppe, die den Bau einer Skihalle in Österreich prüft.
- Als möglicher Standort wird immer wieder Wien genannt.
- Auch Schweizer Stars wie Loïc Meillard trainieren in Skihallen im Ausland.
Rekordsommer und schmelzende Gletscher machen dem Skisport zu schaffen. Auch Österreich sucht deshalb nach neuen Lösungen.
«Wir richten in den nächsten Wochen eine Arbeitsgruppe ‹Skihalle› ein», kündigt ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober gegenüber der Nachrichtenagentur APA an.

Der Bedarf ist gross. Der österreichische Nachwuchs trainiert im Sommer 20 bis 30 Tage in Skihallen im Ausland. «Die fahren nach Litauen, nach Hamburg-Wittenburg, in die Niederlande», sagt Stadlober. Auch Marcel Hirscher hat zuletzt in Hallen in Deutschland und den Niederlanden an seinem Comeback gearbeitet.
Meillard testet 19 Paar Ski
Die Schweizer setzen ebenfalls auf die Halle. Loïc Meillard trainierte kürzlich in Wittenburg bei Hamburg. In fünf Einheiten kam der Slalom-Olympiasieger auf 33 Läufe und testete dabei 19 verschiedene Paar Ski.
Ein Konzept für die österreichische Halle gibt es noch nicht. Klar ist aber: Eine Halle nur für Rennfahrer lohnt sich nicht. «Das muss gross gedacht werden», sagt ÖSV-Generalsekretär Jan Überall.
00:00 / 00:00
Auch Kinder aus den Städten sollen früh mit Schnee in Kontakt kommen. Sportdirektor Mario Stecher spricht von einem «Gamechanger».
Vor zehn Jahren wäre die Idee wohl als Energiefresser abgetan worden, glaubt Stadlober. Heute sei das anders. Seit sie das Thema öffentlich gemacht hat, habe sie nur eine einzige negative E-Mail erhalten.
Feller sieht Vor- und Nachteile
Bei den Fahrern sind die Meinungen geteilt. Manuel Feller lobt die «fast Laborbedingungen» und die kurzen Wege. Statt früh aufzustehen und Ski auf den Gletscher zu schleppen, könne er direkt trainieren. «Ich kann in einem Yoga-Raum meine Mobilisationssachen machen, 50 Meter rübergehen und Abläufe trainieren.»
Ganz ersetzen kann die Halle den Berg aber nicht. Abfahrt und Super-G lassen sich drinnen nicht trainieren. Und für die Abstimmung des Materials auf die Rennen bringe die Halle gar nichts, sagt Feller. Dafür fehle der echte Winterschnee.
















