Schauspieler Bruce Willis mag im Ruhestand sein, neue Filme mit ihm kommen derzeit dennoch heraus. So wie «A Day To Die», der aber kein Massstab mehr ist.
Bruce Willis musste im März dieses Jahres seine Karriere beenden.
Bruce Willis musste im März dieses Jahres seine Karriere beenden. - 2018 Featureflash Photo Agency/Shutterstock.com

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland ist ab heute der Action-Film «A Day To Die» mit Bruce Willis zu sehen.
  • Der 67-Jährige ist aber aufgrund seines Aphasie-Leidens seit März nicht mehr aktiv.
  • «A Day To Die» sowie einige weitere Filme mit Willis wurden vor seinem Rücktritt gefilmt.

Eines vorweg: Der Action-Streifen «A Day To Die», der in Deutschland ab dem 23. Juni in einigen wenigen Kinos gezeigt werden soll, besitzt nur aus traurigem Anlass Relevanz.

Es ist der erste Film mit Bruce Willis (67), der hierzulande erscheint. Das, nachdem der Superstar aufgrund seines Aphasie-Leidens zum Ruhestand gezwungen wurde. Also jener Krankheit, die ihm zunehmend die Fähigkeit des Sprechens sowie Sprache zu verstehen geraubt hat.

Wer auf das überraschende Comeback von Mister «Stirb langsam» gehofft hat, muss an dieser Stelle leider enttäuscht werden. «A Day To Die» wurde wie noch einige weitere Filme mit Willis vor dessen Rückzug fertiggestellt.

Welche Filme sind das? Warum werden sie Willis' Action-Vermächtnis nicht gerecht? Und wie geht es dem Helden vergangener Tage inzwischen?

Das verblasste Spektakel

Auch «A Day To Die» steht im Zeichen einer jüngsten Tradition, die Willis nicht gerecht wird. Eine Low-Budget-Produktion, bei dem der Star als Zugpferd auf dem Plakat herhält, eigentlich aber eine kleine Rolle innehat. Und deren Titel beim unbedarften Zuschauer eine Assoziation mit der «Stirb langsam»-Reihe (im Original «Die Hard») erwecken soll.

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In den vergangenen Jahren reichte es nur noch für solche wortkargen Nebenrollen. Das war in Retrospektive natürlich der lang geheim gehaltenen Aphasie geschuldet.

In «A Day To Die» etwa ist Willis der im Hintergrund agierende Bösewicht. Die eigentliche Hauptfigur wird derweil von Kevin Dillon (56) gespielt. Der muss binnen zwölf Stunden zwei Millionen Dollar auftreiben, um die entführte Ehefrau freizukaufen.

Das ist in der Pipeline

Allzu viel sollte nicht von den noch ausstehenden Filmen erwartet werden, die Willis vor seinem Rückzug noch fertigstellte. In Streifen wie «Vendetta» und «White Elephant» (jeweils 2022) mimt der Weltenretter von einst nun den Schurken. Und auch der bereits fertiggestellte «Soul Assassin» und die drei «Wrong Place», «Wire Room» und «Paradise City» sind bestenfalls Video-On-Demand-Material.

Wer dem Andenken einer grossen Hollywood-Karriere huldigen will, sollte folglich den Blick zurück richten. Auf die ersten drei «Stirb langsam»-Teile zum Beispiel. Auf das herrlich abgedrehte Sci-Fi-Spektakel «Das fünfte Element». Die Mindblows «The Sixth Sense» und «12 Monkeys».

Ja selbst «Das Model und der Schnüffler». Die Auswahl an Perlen ist dank Willis' Umtriebigkeit in der Traumfabrik zum Glück riesig.

Was macht der Star zurzeit?

Im März dieses Jahres hat die Familie des Schauspielers mitgeteilt, dass dieser sich mit sofortiger Wirkung zurückziehen werde. Seitdem ist es leise, aber nicht still um den Star geworden. In den sozialen Netzwerken geben seine Liebsten immer wieder Einblicke in das Privatleben. Sie zeigen, dass sich Willis von der Schockdiagnose nicht die Freude am Leben hat nehmen lassen.

Zu verdanken ist das seinen fünf Töchtern, seiner Ehefrau Emma Heming-Willis (44) und auch seiner Ex Demi Moore (59). Die stehen ihm allesamt bei und verbringen viel Zeit in der Natur mit ihm.

Dass dies aber nicht immer einfach ist, hat Heming-Willis erst kürzlich im Interview mit «The Bump» erklärt. Ihre eigene psychische Gesundheit habe durch die zeitintensive neue Herausforderung stark gelitten: «Wenn man sich zu sehr um jemanden kümmert, kümmert man sich am Ende zu wenig um sich selbst.» Die beiden gemeinsamen Töchter des Ehepaars, Mabel und Evelyn, sind erst zehn und acht Jahre alt.

Anhand von Heming-Willis' Aussage lässt sich klar ablesen: Eine Rückkehr ihres Ehemanns ins Rampenlicht von Hollywood ist zu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unmöglich, erst Recht in grossen Blockbustern. Dieses eine Happy End wird uns Bruce Willis nicht mehr schenken können.

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