Kronprinz Haakon

    Norwegens Kronprinz Haakon hatte Kontakt zu Epstein-Vertrautem

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    Norwegen,

    Norwegens Kronprinz Haakon gab sich bislang ahnungslos, was die Epstein-Kontakte seiner Frau angeht. Ein Foto und neue E-Mails lassen anderes vermuten.

    Kronprinzessin Mette-Marit
    Der norwegische Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit bei einem öffentlichen Auftritt. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Foto zeigt Kronprinz Haakon an einer Pariser Party mit einem Epstein-Vertrautem.
    • E-Mails belegen engen Kontakt zwischen Haakon und Epsteins Ersatz-Testamentsvollstrecker.
    • Der Norweger wollte bisher nichts von den Epstein-Verbindungen seiner Frau gewusst haben.

    Anfang April stellte sich der norwegische Kronprinz Haakon (52) den Fragen der Journalisten. Was er denn von der Bekanntschaft seiner Frau Mette-Marit (52) mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) gewusst habe?

    Haakon wiegelte ab: «Ich lese die Mails meiner Frau nicht, ich hoffe, dass das niemand macht.» Der Eindruck blieb: Hier steht ein Ehemann, der von all dem nichts mitbekommen hat.

    Glaubst du Kronprinz Haakon, dass er nichts von den Epstein-Kontakten wusste?

    Doch genau dieser Eindruck bekommt nun Risse. Die norwegische Illustrierte «Se og Hør» veröffentlichte am Dienstag ein bislang unbekanntes Foto.

    Es zeigt Haakon bei einer Party in Paris – Seite an Seite mit einem engen Epstein-Vertrauten. Die Schlagzeile dazu: «Haakons unbekanntes Epstein-Netzwerk».

    Der Mann mit den 21'765 Erwähnungen

    Auf dem Bild zu sehen ist Boris Nikolic. Der Kroate ist Arzt und Investor im Bereich Biotechnologie. Er war eng mit Mette-Marit befreundet und machte sie 2009 mit Epstein bekannt.

    Wie nahe Nikolic dem Sexualstraftäter stand, zeigt sich daran, dass Epstein ihn zum Ersatz-Testamentsvollstrecker ernannte. In den Epstein-Akten taucht Nikolics Name laut der Plattform «epsteinwiki» 21'765 Mal auf.

    Mette-Marit Haakon
    Der Kroate Boris Nikolic (Mitte) war der gemeinsame Freund von Mette-Marit und Epstein. - Screenshot/X

    Die Verbindung war dabei nicht rein geschäftlich. Im Februar 2012 schrieb Epstein an Nikolic über junge, schöne Frauen: «Wenn du sie das nächste Mal siehst, dann bring sie einfach direkt zur 71st.» Gemeint war seine berüchtigte Stadtresidenz in Manhattan.

    «Ich mag Haakon SEHR»

    Im Januar 2012 trafen sich Nikolic, Mette-Marit und Haakon in Davos. Der Kroate berichtete in begeisterten E-Mails an Epstein davon.

    «Ich wünschte, du wärst hier … Danach gingen Mette, Haakon und ich aus, und es wurde sehr spät. Ich mag Haakon SEHR gern! Wir trafen Mick Jagger.»

    Epstein Haakon Mette-Marit
    In E-Mails eines Epstein-Vertrauten an den Sexualstraftäter wird auch der norwegische Kronprinz Haakon erwähnt. - Screenshot/X

    Wenige Wochen später, am 21. April 2012, schrieb Epstein zurück an Nikolic. Er habe gedacht, «sie» kenne vielleicht «interessante Mädchen/Leute». Mit «sie» war Mette-Marit gemeint.

    Party in Paris ohne die Ehefrau

    2013 eröffnete das Modehaus Pucci eine Boutique in Paris. Chefdesigner Peter Dundas (57) lud zu einer rauschenden Party. Dundas gehört seit Jahren zum Freundeskreis des norwegischen Königshauses. Mit von der Partie war auch Boris Nikolic.

    Mette-Marit liess sich entschuldigen – sie litt unter einem Bandscheibenvorfall am Hals. Doch Haakon erschien. Und liess sich ausgerechnet mit Nikolic und Dundas fotografieren.

    Mette-Marit
    Kronprinzessin Mette-Marit (rechts) ist wegen den Epstein-Files unter Druck geraten – nun bringen Medien auch ihren Mann Haakon (links) mit dem Sexualstraftäter in Verbindung. - keystone

    Im November 2013 wurde Mette-Marit operiert. Nikolic informierte Epstein per Mail über den Stand der Dinge: «Ich halte dich auf dem Laufenden. Ich rede die ganze Zeit mit Haakon, er wird während der Operation bei ihr sein.»

    Königshaus schweigt

    Die Mails und das Foto zeichnen ein Bild, das mit Haakons öffentlicher Darstellung nur schwer in Einklang zu bringen ist.

    Der Kronprinz und Boris Nikolic hatten offenbar engen Kontakt, vielleicht waren sie sogar Freunde. Und Nikolic wusste mit grosser Wahrscheinlichkeit, was in Epsteins Häusern vor sich ging.

    Epstein Stephen Hawking
    Jeffrey Epstein verstarb im August 2019 hinter Gittern. - keystone

    Ahnte Haakon wirklich nichts von all dem? Der norwegische Hof wollte sich auf Anfrage nicht dazu äussern.

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    Kommentare

    User #4780 (nicht angemeldet)

    Es nimmt wohl niemand ernsthaft an, dass Haakon von den Machenschaften Epsteins gewusst hat. Aber es wäre m.E. besser gewesen, wenn sowohl er als auch seine Frau in dem Interview komplett und ehrlich offengelegt hätten, wie denn konkret ihre Verbindungen zu ihm oder seinem "Netzwerk" ausgesehen haben. Dann wäre ihnen weitgehend erspart geblieben, dass man jeden möglichen Verdacht weiter ausschmückt und darüber spekuliert. Denn dieses Interview - "... ich wurde manipuliert...." war, wie auch die Norweger meinen, alles andere als offen und ehrlich, nur drum herum Gerede.

    User #1764 (nicht angemeldet)

    Gibt es eigentlich auch selbsternannte Royals in Europa, welche nicht in die Epstein Sache verwickelt sind?

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