Depressionen

    Kurt Krömer schreibt über seine Depressionen

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Der 47-Jährige holt ein Thema aus der Tabu-Ecke: Depressionen. Er weiss, wovon er spricht. Jahrelang hat er unter der Krankheit gelitten.

    Kurt Krömer hat ein Buch über seine Depressionen geschrieben. Foto: Fabian Sommer/dpa
    Kurt Krömer hat ein Buch über seine Depressionen geschrieben. Foto: Fabian Sommer/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Jahrelang litt Kurt Krömer (47) an Depressionen.

    Er sei morgens aufgestanden und habe schon das Gefühl gehabt: «Scheisse, hoffentlich ist bald wieder abends, damit ich wieder schlafen gehen kann», erzählte der Entertainer im dpa-Interview.

    Über seine Erfahrungen hat er nun ein Buch geschrieben. Es heisst «Du darfst nicht alles glauben, was du denkst. Meine Depression». Darin beschreibt Krömer seine langjährigen Depressionen, seine frühere Alkoholabhängigkeit und seine Therapie. Liebevoll erzählt er von seiner Zeit in einer Tagesklinik - und wie es ihn gefreut hat, nach acht Jahren erstmals wieder mit seinen Kindern in den Urlaub zu fahren. Mit seinem Buch will er anderen Menschen helfen.

    Antriebslosigkeit und Angst

    Woran erkannt man, dass man vielleicht eine Depression hat? Krömer berichtet von Antriebslosigkeit und fehlender Motivation. «Du könntest das schönste Date haben und jemand sagt: "Komm', wir gehen Kaffee trinken und vielleicht noch ein bisschen shoppen." Und du hast null Emotionen dazu», sagte Krömer, der mit bürgerlichem Namen Alexander Bojcan heisst.

    Der Komiker («Chez Krömer») berichtete auch von Konzentrationsproblemen und Angstzuständen. «Du kannst Panikattacken kriegen, ohne zu wissen, wo kommt das jetzt her?», sagte Krömer. «Bei mir waren es noch dazu Potenzschwierigkeiten. Aber vor allem ist da diese innere Leere - eine Angst, die diffus ist.» Es gebe leider keine Zauberpille, die man sich einpfeifen könne.

    Raus aus der Tabu-Ecke

    Er plädierte dafür, in der Gesellschaft offen über Depressionen zu sprechen. «Wir müssen das ansprechen und das Ding mal aus der Tabu-Ecke rausholen», sagte Krömer. Er verwies auch auf die Internetseite der Deutschen Depressionshilfe - dort gebe es etwa einen Fragebogen, der weiterhelfe. Auch Hausärzte seien gute Ansprechpartner.

    Krömer erzählt, dass er sich heute öfter Auszeiten nimmt. Er hält nicht mehr viel vom Wort «funktionieren». «In der Klinik hat die Therapeutin dann immer dazwischengefunkt», sagte er. «Als ich gefragt wurde, was sich ändern soll, habe ich gesagt: «Ich hätte gerne, dass es zu Hause wieder funktioniert.» Dann hat sie gesagt: «Erklären Sie doch mal, was ist "es"? Was soll funktionieren? Sie sind kein Roboter. Bei einem Roboter können Sie auf Play drücken und dann geht's los. Aber der Mensch kann nicht immer gleich funktionieren.»»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Ärzte ohne Grenzen
    206 Interaktionen
    Ding Dong
    Mauschelei-Vorwürfe an Zürcher Gebäudeversicherung
    22 Interaktionen
    Amtsmissbrauch?

    MEHR IN PEOPLE

    selma blair
    1 Interaktionen
    New York
    Königin Sonja von Norwegen
    4 Interaktionen
    Oslo
    SRF Studio
    72 Interaktionen
    News neben Sport
    Ralf Richter
    4 Interaktionen
    Trauerfeier

    MEHR DEPRESSIONEN

    Julian Alvarez
    Depressionen?
    Game of Thrones
    3 Interaktionen
    Berlin
    Depression
    1 Interaktionen
    Zürich
    polizei
    14 Interaktionen
    Rüffel von Gericht

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Manuel Neuer Bayern München
    18 Interaktionen
    Nach Mega-Bock
    Bärbel Bas
    19 Interaktionen
    Berlin
    Josef Settele
    Halle
    Friedrich Merz
    21 Interaktionen
    Berlin