Wirbel um die Verurteilung von Ghislaine Maxwell: Nach einer Debatte um die Aussagen eines Geschworenen fordern ihre Anwälte ein neues Verfahren.
Seit Sommer 2020 sitzt Ghislaine Maxwell im Gefängnis.
Seit Sommer 2020 sitzt Ghislaine Maxwell im Gefängnis. - imago/ZUMA Wire

Das Wichtigste in Kürze

  • Ghislaine Maxwell wurde kürzlich schuldig gesprochen, ihr droht nun lebenslange Haft.
  • Die Anwälte der Epstein-Komplizin fordern nun aber ein neues Verfahren.
  • Grund: Einer der Geschworenen hat seine eigenen Erfahrungen mit Missbrauch miteingebracht.

Die Anwälte von Ghislaine Maxwell (60) fordern US-Medienberichten zufolge einen neuen Prozess. Der Grund: Missbrauchserfahrungen eines Geschworenen.

Maxwell, Vertraute des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (†66), wurde letzte Woche unter anderem wegen Sexhandels mit Minderjährigen schuldig gesprochen. Das Strafmass steht noch nicht fest. Ihre Anwälte hatten zuvor bereits angekündigt, das Urteil anfechten zu wollen.

Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell und der pädophile Geschäftsmann Jeffrey Epstein.
Ghislaine Maxwell
Maxwell und Epstein waren liiert.
Jeffrey Epstein
Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell wurde schuldig gesprochen.

Einer der Geschworenen sagte laut Medienberichten, er habe anderen in der Jury erzählt, dass er, als Kind missbraucht worden sei. Wie einige der Epstein-Opfer auch.

Er habe seine Erfahrungen geteilt, nachdem einige die Erinnerungen von zwei Zeuginnen infrage gestellt hatten. Er habe dazu erklärt, dass er sich ebenfalls nicht an jedes Detail erinnern könne.

Bekommt Ghislaine Maxwell neues Verfahren?

Nun könnte es eine Untersuchung darüber geben, ob der Geschworene seine eigene Missbrauchserfahrung vor dem Prozess offengelegt hatte. Er selber konnte sich nicht erinnern, ob er in einem Fragebogen nach Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch gefragt worden sei. Er fügte hinzu, dass er ehrlich geantwortet hätte, wie unter anderem «CNBC» berichtet.

Maxwell
Ein Geschworener im Maxwell-Prozess sorgt mit seinen Aussagen für Wirbel. - Twitter

Die Staatsanwaltschaft warf in dem Prozess Maxwell vor, minderjährige Opfer für dessen Sexring beschafft zu haben. Die Britin wies die Vorwürfe stets zurück und verzichtete auf eine Aussage. Sie wurde in fünf von sechs Anklagepunkten schuldig gesprochen.

Maxwell droht eine lange Haftstrafe, womöglich bis an ihr Lebensende. Sie sitzt seit Juli 2020 im Gefängnis.