Collien-Ex Ulmen führte schon als Teenager Sex-Telefonate

Luca Micheli
Luca Micheli

Spanien,

Nach den schweren Vorwürfen seiner Ex wird Christian Ulmen von seiner Vergangenheit eingeholt. Als Jugendlicher bezahlte er Männer für erotische Gespräche.

Christian Ulmen
Christian Ulmen sieht sich mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Christian Ulmen wurde von seiner Ex unter anderem wegen Identitätsdiebstahls angezeigt.
  • Bereits im Jugendalter führte er Sex-Telefonate gegen Bezahlung.
  • Er habe die Männer nicht ausgeraubt, sondern ihnen ein «schönes Erlebnis» bereitet.

Collien Fernandes beschuldigt ihren Ex-Mann Christian Ulmen, Fake-Profile und gefälschte pornografische Inhalte unter ihrem Namen erstellt zu haben. Die schwerwiegenden Vorwürfe machte die 44-Jährige am Donnerstag im «Spiegel» publik.

Auf dem Schauspieler lasten gravierende Anschuldigungen, erste Vorermittlungen laufen derzeit. Doch mitten im Schlagzeilen-Sturm taucht jetzt eine vermeintliche Jugendsünde auf, die Ulmen weiter in ein schlechtes Licht rückt.

Collien Fernandes
Collien Fernandes macht ihrem Ex-Mann Christian Ulmen schwere Vorwürfe, unter anderem wegen digitaler Gewalt. - keystone

In einer Folge des ARD-Podcasts «Hörbar Rust» von 2022 erzählt der Schauspieler, dass er als Jugendlicher Sex-Telefonate geführt habe. Ulmen gab sich in seinen Teenagerjahren demnach als Frau aus, um mit Männern gegen Bezahlung zu sprechen. So berichtet es die «Bild».

«Die haben ein schönes Erlebnis bekommen»

Die Aktion habe offenbar gut funktioniert, da er sich damals noch nicht im Stimmbruch befand. In den besagten Telefonaten habe er Männern seine Nummer weitergeleitet, die ihn später privat kontaktierten. Für ein Sex-Gespräch habe er 30 Mark (umgerechnet 14 Franken) verlangt, einige überwiesen das Geld dann auch.

Ulmen rechtfertigt sich im Podcast: «Ich habe die Männer nicht ausgebeutet, die haben ein schönes Erlebnis bekommen, für das ich dann vergütet wurde. Sie wussten nicht, dass sie mit einem 14-jährigen Jungen sprechen, sie dachten, sie sprechen mit einer Lady.»

Später korrigiert er sein Alter auf 15 oder 16 Jahre.

Christian Ulmen
Ein alter Podcast, in dem Christian Ulmen über jugendliche Fantasien plaudert, sorgt aufgrund der aktuellen Vorwürfe für Schlagzeilen. - keystone

Sobald es um das Thema Fetische ging, sei es «immer amüsant» gewesen. «Ich habe die Männer gebeten, Tiere nachzumachen, das fanden sie geil.» Er habe seine Stimme gut verstellen können, so Ulmen.

Und er wusste: Hatte das Gespräch ein abruptes Ende genommen, war der Mann zum Höhepunkt gekommen.

Ulmen erstellte Fake-Profile wegen «sexuellem Fetisch»

Nachdem er die Sex-Telefonate zuhause geführt habe, seien sie später zu einer «Performance» und einem «Party-Gag» ausgeweitet worden. Die erotischen Gespräche führte er offenbar seinen Freunden vor – bis eines Nachts Telefonkosten von über 1300 Franken aufliefen.

Seine Eltern erfuhren später offenbar von der Teenager-Aktion und rügten ihren Sohn. «Davon hättet ihr euch auch ein paar Nutten kaufen können», habe seine Mutter später zu Ulmen gesagt.

Der Schauspieler lachte mit Moderatorin Bettina Rust (58) damals über die Erzählungen aus seiner Jugend.

Collien Fernandes
Collien Fernandes erhob Anzeige gegen Ex-Mann Christian Ulmen. Die Schauspielerin schreibt, sie sei von ihm über Jahre «virtuell vergewaltigt» worden. - getty images

Rund vier Jahre später dürfte Ulmen der Spass wohl vergangen sein. In einer Mail, gerichtet an einen Strafverteidiger, erklärt der 50-Jährige, «einen sexuellen Fetisch» entwickelt zu haben.

Laut «Spiegel» habe er deshalb Fake-Profile erstellt und im Namen seiner Ex-Frau mit Männern einen «Sex-Talk» geführt.

Wurdest du schon mal Opfer von digitaler Gewalt?

Collien Fernandes erstattete in Spanien, wo beide leben, Anzeige gegen ihren Ex-Mann wegen Identitätsdiebstahls, öffentlicher Beleidigung und Körperverletzung.

Ob Christian Ulmen eine Anklage droht, soll nun das Bezirksgericht in Palma de Mallorca entscheiden. Der Schauspieler selbst äusserte sich bisher nicht zu den Vorwürfen.

Kommentare

User #2437 (nicht angemeldet)

KI-Schrott zu verbreiten ist bestimmt verwerflich, aber das als "digitale Vergewaltigung" zu framen ist respektlos gegenüber tatsächlichen Vergewaltigungsopfern.

User #5095 (nicht angemeldet)

Jede dritte Frau hatte schon Erfahrungen gemacht mit sexueller Gewalt. Rund jeder dritte Mann könnte so auch Täter sein, dies wird aber nie ins Zentrum gestellt. Auch hier die Kommentare sprechen Bände, wie sich Männer in ihrem Weltbild nicht beirren lassen wollen!

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