«Abgründe im engen Freundeskreis»: Jetzt äussern sich Ulmens Freunde
Nach den Vorwürfen gegen Christian Ulmen distanzieren sich seine engsten Freunde von ihm. Das kommt nicht bei allen gut an.

Das Wichtigste in Kürze
- Schriftsteller Stuckrad-Barre beendet nach fast 30 Jahren seine Freundschaft mit Ulmen.
- Er solidarisiert sich mit Fernandes: «Bei Gewalt endet alles, wirklich alles.»
- Auch «Jerks»-Kollege Fahri Yardim zeigt sich tief erschüttert über die Vorwürfe.
Christian Ulmen (50) verliert gerade seine engsten Freunde. Die Vorwürfe seiner Ex-Frau Collien Fernandes (44) treiben einen Keil in seinen Freundeskreis.
Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre (51) ist einer seiner langjährigsten Vertrauten – und er spricht Klartext. In einer Stellungnahme gegenüber dem «Spiegel» erklärt er, seit er die Titelgeschichte gelesen habe, befinde er sich in einem Schockzustand. Die Vorwürfe von Fernandes erschienen ihm gut belegt.
Seine Haltung ist unmissverständlich: «Digitale sexualisierte Gewalt ist Gewalt. Und bei Gewalt endet alles, wirklich alles.»
Fernandes sei ohne Wenn und Aber Opfer entsetzlicher digitaler Gewalt geworden – «und das offenbar auch durch Christian». Sein Mitgefühl gehöre einzig ihr.
Fast 30 Jahre waren die beiden befreundet. Damit ist es vorbei. Schweigen käme einer Billigung gleich, schreibt Stuckrad-Barre, deshalb distanziere er sich klar.
Den Abschluss wählt er bewusst: «Gerade weil Christian mein Freund war. Bis zum vergangenen Donnerstag.»
Fahri Yardim: «Abgründe im engen Freundeskreis»
Weniger eindeutig, aber nicht weniger bewegt zeigt sich Fahri Yardim (45). Der Schauspieler stand jahrelang gemeinsam mit Ulmen vor der Kamera. In der Comedyserie «Jerks» spielten sie überzeichnete Versionen ihrer selbst. Aus Kollegen wurden enge Freunde.

Auf Instagram veröffentlicht Yardim nun ein ausführliches Statement. Er sei «genauso geschockt wie viele andere» und bewundere Colliens Mut. «Vielleicht gibt es eine Ahnung davon, was es bedeutet, wenn sich solche Abgründe im engen Freundeskreis auftun», schreibt er.
Warum er sich erst jetzt meldet, erklärt er offen: Er habe Zeit gebraucht. Die öffentliche und die persönliche Ebene existierten gleichzeitig, das liesse sich «nicht in eine schnelle, eindeutige Position übersetzen». Es sei ihm auch bewusst, dass sein Zögern «nicht neutral» ist.
Reaktionen nicht nur positiv
Die Reaktionen auf sein Statement fallen hart aus. Viele Follower kritisieren den Ton – ein Nutzer schreibt, er könne «null greifen», was Yardims tatsächliche Haltung sei.
Andere werfen ihm vor, das Statement klinge wie von einer KI generiert. «Da fehlt mir die menschliche Empathie», schreibt eine Frau.
Yardim selbst meldet sich kurz danach erneut: Der Text sei «verkopft», auch Ausdruck seiner Überforderung. «Ich melde mich wieder, wenn ich mein Herz wiedergefunden hab», schreibt er.
Ulmens Anwalt: Unschuldsvermutung gilt
Christian Ulmen hat sich bislang nicht geäussert. Sein Anwalt erklärte, die Berichterstattung sei «aus mehreren Gründen rechtswidrig», rechtliche Schritte gegen den «Spiegel» seien eingeleitet. Es würden «unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung» verbreitet. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Collien Fernandes hat Anzeige erstattet, Vorermittlungen wurden aufgenommen. Unterdessen ist Ulmens Serie «Jerks» aus der Mediathek von Joyn verschwunden, eine Werbung mit ihm wurde pausiert.















