Sex Schlafwandel? Missbrauchsvorwürfe gegen Schweizer DJ Odymel
Gegen DJ Odymel läuft in Belgien eine Voruntersuchung wegen Missbrauchsvorwürfen. Der Schweizer sagt, es sei «Sexsomnie», also Sex-Schlafwandeln, gewesen.

Das Wichtigste in Kürze
- Gegen den Schweizer DJ Odymel läuft in Belgien eine Voruntersuchung.
- Er erklärt in einem Instagram-Statement, er habe «keine Erinnerung» an die Nacht.
- Odymel nennt «Sexsomnie» als Erklärung und spricht von «Schlafwandeln sexueller Natur».
Der Schweizer DJ Odymel lebt in Brüssel, legt international auf und hat sich online eine beachtliche Reichweite aufgebaut.
Auf Instagram folgen ihm rund 93'000 Menschen, auf Line-ups tauchte er auch schon bei grossen Festivals auf.
Voruntersuchung gegen ihn eröffnet
Jetzt steht der Künstler wegen Missbrauchsvorwürfen unter Druck. Odymel schreibt auf Instagram, in Belgien sei eine Voruntersuchung gegen ihn eröffnet worden.
Odymel erklärt, warum er bisher nichts sagte. Er habe Angst gehabt, «sich schlecht auszudrücken, ungeschickt zu sein, unzureichend informiert zu sein oder weiteren Schaden anzurichten».
Trotzdem habe er sich entschieden, «meine Wahrheit auszusprechen», auch wenn er sich «der möglichen Konsequenzen bewusst» sei.
Was ist passiert?
Laut Odymel stammt die Anschuldigung von einer Person, mit der er «gelegentlich einvernehmlichen Sex» gehabt habe.
«Ich habe erst mehrere Tage später durch ihre Erzählung erfahren, was passiert sein soll», schreibt er. Er betont, er könne sich an die Nacht nicht erinnern.
Odymel schildert den Ablauf so: Vor dem mutmasslichen Vorfall habe es einvernehmlichen Sex gegeben, danach sei er neben der Person eingeschlafen.
Später habe sie ihm erzählt, er habe zuerst «allein sexuelle Handlungen vorgenommen». Danach habe er erneut Sex starten wollen, obwohl sie das nicht wollte.
Sex-Schlafwandeln als Ursache
Er schreibt, er habe sofort aufgehört, als die Person ablehnte. Seine Erklärung: Sex-Schlafwandeln. Ärzte hätten das als möglich eingestuft.
Odymel räumt ein, wie das von aussen klingen kann. Er verstehe, dass «Schlafwandeln als Ursache einfach erscheinen mag». Er sagt auch, er selbst wäre «einer solchen Aussage mit grosser Skepsis begegnet». Trotzdem beteuert er, es sei die Wahrheit.
Weiter teilt er mit, er sei «bereits zweimal vernommen» worden. Er erkläre zudem die Bereitschaft, «sich jeder angeforderten fachärztlichen Begutachtung zu unterziehen».
Schweizer DJ in Brüssel
Odymel ist kein Newcomer aus dem Nichts. Der Schweizer lebt in Brüssel, legt als DJ international auf und hat sich in der Szene eine gewisse Reichweite aufgebaut.
In den letzten Tagen wurde sein Name auch in belgischen Medien diskutiert. Odymel schreibt, er wolle mit den Behörden kooperieren und die Vorwürfe klären lassen.
Sexsomnie als anerkannte Schlafstörung
«Bei Sexsomnia vollziehen Personen im Schlaf sexuelle Handlungen», sagt Schlafmediziner Ramin Khatami in einem früheren Artikel zu Nau.ch.
Er betont auch, dass in solchen Fällen geprüft werden müsse, «ob die Tat tatsächlich unbewusst während des Schlafwandelns begangen wurde». Oder ob Schlafwandeln «nur als Ausrede benutzt wird».
Khatami sagt zudem: «Häufiger sind junge Männer als Frauen davon betroffen.» Und er warnt, Schlafwandeln könne in seltenen Fällen auch aggressiv werden. «Bis zu zehn Prozent der Personen, die schlafwandeln, können ein aggressives Verhalten, auch gegenüber anderen Personen zeigen.»























