Keine «SVP-Propaganda»: Briefkastensticker sorgt für Aufsehen

Yannick Stay
Yannick Stay

Zürich,

Wer keine Wahlwerbung von SVP und FDP erhalten möchte, kann sich jetzt einen entsprechenden Sticker zulegen. Viel nützen wird er jedoch kaum.

campax
Mit einem eigens angefertigten Sticker versucht die «Bürger*innenbewegung Campax» Wahlwerbung der SVP und FDP aus Briefkästen zu verbannen. - Campax

Das Wichtigste in Kürze

  • Die «Bürger*innenbewegung Campax» versendet kostenlos «Stopp SVP Propaganda»-Sticker.
  • Sie sollen entsprechende Wahlwerbung aus dem eigenen Briefkasten verbannen.
  • Was politische Flyer angeht, sind solche Kleber jedoch zwecklos.

Es ist wieder Wahlkampf. Für die Parlamentswahlen am 22. Oktober haben bereits sämtliche Parteien begonnen, um die Gunst der Wählerschaft zu buhlen. Schon bald sollte bei den Wählerinnen und Wählern also wieder zahllos Wahlpost ins Haus flattern.

Bereits Entschlossene, die sich dem linken Lager zuordnen, sollen nun eine Möglichkeit bekommen, Werbung rechter Parteien von ihrem Briefkasten fernzuhalten. Ein Aufkleber – ähnlich dem bekannten «Keine Werbung»-Sticker – soll Briefträger davon abhalten, SVP- und FDP-Werbung einzuwerfen.

Finden Sie Wahlwerbung im Briefkasten lästig?

Eine echte Wirkung dürfte der Kleber mit der Aufschrift «Stopp SVP Propaganda» jedoch nicht haben. Schliesslich werden politische Flyer von Parteien bei der Post als «offizielle Sendungen» angesehen. Alles explizite Bitten um Nichteinwurf ist in so einer Situation also zwecklos.

Gemäss «Züri Today» ist man bei der SVP auch wenig besorgt bezüglich der Kampagne. Die Präsidentin der Stadtzürcher SVP, Camille Lothe, macht sich laut dem Portal «keinen Kopf über eine Sticker-Kampagne einer linken NGO». Es würde bloss zeigen, dass Linke einen SVP-Sieg im Oktober befürchten.

Ursprüngliche Version sorgt für Empörung bei FDP

Wenig begeistert von der Aktion war hingegen der FDP-Politiker Jehuda Spielman. Denn in einer ursprünglichen Version des Aufklebers trug das SVP-Schaf ein «FCK NZS»-Shirt. Der Gemeinderat aus dem Kreis 3 twitterte daraufhin: «Liebe @campaxorg, bin ich (FDP-ler und Nachkomme von Holocaustopfern) auch ein Nazi? Gaht's no?»

Mittlerweile scheint man die Kritik bei «Campax» angenommen zu haben. Das Schaf auf dem Sticker trägt nun gar kein T-Shirt mehr.

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