Studie

Wirtschaftsverkehr: Studie zeigt Optimierungspotenzial

Eine neue Studie zeigt, wie Winterthurs Wirtschaftsverkehr effizienter und stadtverträglicher gestaltet werden kann – von Lieferungen bis Baustellen.

Der Bahnhof in Winterthur.
Der Bahnhof in Winterthur. - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die Stadt Winterthur berichtet, trägt der Wirtschaftsverkehr entscheidend zur Lebensqualität der Bevölkerung bei. Er sichert die Versorgung der Stadt und umfasst vielfältige Funktionen wie Warenlieferungen für Handel und Gewerbe, Paketdienste sowie die Versorgung von Baustellen.

Eine neue Grundlagenstudie des Amts für Stadtentwicklung und des Tiefbauamts liefert Erkenntnisse, wie die Bedürfnisse des Wirtschaftsverkehrs besser in die städtischen Mobilitätsstrategien integriert werden können.

Der Wirtschaftsverkehr soll die Versorgung der Stadt sicherstellen, den Anforderungen der Unternehmen gerecht werden und zugleich stadtverträglich organisiert sein. Doch trotz seiner grossen Bedeutung für die Lebensqualität in Winterthur fehlen der Stadt derzeit verlässliche Daten und Fakten zum Wirtschaftsverkehr.

Grundlagenstudie liefert Fakten

Um dies zu ändern, haben das Amt für Stadtentwicklung und das Tiefbauamt eine Grundlagenstudie in Auftrag gegeben. Die Studie schafft eine erste Faktenbasis und identifiziert Handlungsfelder. Erarbeitet wurde sie durch die ZHAW und das Büro EBP.

Um den Wirtschaftsverkehr mengenmässig zu erfassen, wurden unter anderem manuelle Verkehrserhebungen an der Technikum- und St. Galler-Strasse durchgeführt. Diese Zählungen zeigten auf, dass der Wirtschaftsverkehr an diesen Stellen rund ein Viertel des gesamten motorisierten Verkehrsaufkommens ausmacht.

Besonders bedeutend sind dabei die Branchen Dienstleistungen, Bau und Transport mit einem gemeinsamen Anteil zwischen 72 und 80 Prozent. Die Analyse der Wirtschaftszweige, die das Güterverkehrsaufkommen erzeugen, zeigt deutliche Unterschiede hinsichtlich ihrer Bedeutung für Lieferaktivitäten und transportierte Mengen.

Onlinehandel verursacht viele Fahrten

Besonders auffällig ist die Diskrepanz bei der Gütermenge im Onlinehandel. Er verursacht ein Viertel aller Lieferfahrten, trägt aber mit weniger als einem Prozent zur gesamten Gütermenge bei.

Diese Entwicklung wird sich gemäss Studie als Folge des zunehmenden Onlinehandels in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter akzentuieren.

Schliesslich wurden im Rahmen der Studie auch 16 Interviews mit Unternehmensvertreter aus unterschiedlichen Branchen geführt. Unter anderem wurde dabei die Entlastung des Strassennetzes vom Pendler- und Freizeitverkehr durch weitere Verbesserungen beim öffentlichen Verkehr und bei der Veloinfrastruktur zur Schaffung von Kapazität zugunsten des Wirtschaftsverkehrs gewünscht.

Ergebnisse fliessen in Mobilitätsstrategie ein

Die Studie liefert Erkenntnisse darüber, wie die Stadt den Anforderungen des Wirtschaftsverkehrs noch besser gerecht werden kann. Ihre Ergebnisse fliessen in die Ausarbeitung der Mobilitätsstrategie Neuhegi-Grüze sowie in die gesamtstädtische Mobilitätsstrategie ein.

So soll beispielsweise geprüft werden, ob der Wirtschaftsverkehr an bestimmten Stellen und unter gewissen Bedingungen priorisiert werden kann. Oder ob beim Parkplatzangebot dessen spezifischen Bedürfnisse besser berücksichtigt werden können.

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