Zuckerberg soll Jugendliche bewusst süchtig machen

Keystone-SDA
Keystone-SDA, Etienne Sticher

USA,

Dem Social-Media-Konzern Meta von Mark Zuckerberg wird vorgeworfen, Kinder süchtig zu machen. Der Prozess mit möglicherweise verheerenden Folgen hat begonnen.

Meta mark zuckerberg
Meta und CEO Mark Zuckerberg stehen vor Gericht. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Meta wurde angeklagt, es könnte eine Strafe von bis zu 1,4 Billionen Dollar geben.
  • Dem Konzern von Mark Zuckerberg wird vorgeworfen, Kinder bewusst süchtig zu machen.
  • Die Risiken und Gefahren soll Meta gekannt und verschwiegen haben.

Es ist ein Prozess, der die sozialen Medien grundlegend verändern und Meta in seiner Existenz bedrohen könnte: In Kalifornien klagen mehrere US-Bundesstaaten gegen den Mutter-Konzern von Facebook und Instagram. Die geforderten Strafen könnten sich auf bis zu 1,4 Billionen Dollar belaufen.

Im Zentrum des nun gestarteten Prozesses steht der Vorwurf, Meta habe Kinder und Jugendliche gezielt süchtig gemacht. Die Risiken soll der Konzern gekannt und bewusst verschwiegen haben.

Längere Nutzungszeiten und Werbeeinnahmen habe der Social-Media-Konzern über die Sicherheit junger Nutzer gestellt. Dadurch seien Bildung und Schlaf beeinträchtigt worden. Visuelle Filter hätten Essstörungen und Körperdysmorphie begünstigt.

Meta weist die Vorwürfe zurück. Der Konzern argumentiert unter anderem, dass eine wissenschaftlich eindeutig definierte «Sucht» nach sozialen Medien nicht existiere.

In einem Gerichtsdokument behauptete Meta, die von den Bundesstaaten geforderten Strafen könnten sich auf 1,4 Billionen Dollar belaufen. Dadurch wäre die Existenz des Unternehmens bedroht.

Anwälten der Klägerseite zufolge könnte es eher um einen Betrag von etwa 200 Milliarden Dollar (rund 160 Milliarden Franken) gehen. Meta nennt die Vorwürfe unbegründet und die finanziellen Forderungen unangemessen.

Zuckerberg als Zeuge geladen

Bei den Daten von unter 13-Jährigen verweist Meta darauf, dass diese Altersgruppe auf seinen Plattformen verboten sei. Entdeckte Konten würden gelöscht. Zudem könne die psychische Gesundheit von Jugendlichen nicht einer einzelnen Anwendung zugerechnet werden.

mark zuckerberg meta
Im Prozess gegen Meta soll auch CEO Mark Zuckerberg aussagen. - keystone

Eine zentrale Frage dürfte deshalb sein, was Meta intern über mögliche Schäden wusste und was der Konzern öffentlich darüber sagte. Als prominenter Zeuge ist CEO Mark Zuckerberg vorgesehen. Auch der ehemalige Meta-Ingenieur Arturo Bejar, der den Konzern wegen seiner Umgangsweise mit Jugendlichen kritisiert hat, soll aussagen.

Für Meta geht es damit nicht nur um mögliche Milliardenstrafen. Experten sehen vor allem ein Risiko für den Ruf des Konzerns und die mögliche Verpflichtung, seine Produkte grundlegend zu verändern. Mit potenziell weitreichenden Folgen für das Geschäftsmodell der Plattformen.

Serie von Rückschlägen für Meta

Meta hatte zuletzt mehrere empfindliche Niederlagen vor US-Gerichten einstecken müssen. So soll der Konzern nach einer Gerichtsentscheidung in New Mexico über eine halbe Milliarde Dollar für Hilfen an Kinder zahlen. Diese haben durch die Nutzung sozialer Medien Schaden genommen.

Sollen soziale Medien für Kinder verboten sein?

Zudem müssen in dem Bundesstaat zusätzliche Einschränkungen für Nutzer im Alter unter 18 Jahren eingeführt werden: Unter anderem sollen sie bei Facebook und Instagram maximal 90 Stunden pro Monat verbringen können. Meta will in Berufung gehen.

Kommentare

User #1692 (nicht angemeldet)

Den Jungen ganz einfach kein Handy kaufen, Problem gelöst. Wenn es um Kommunikation geht dann ein günstiges Tastentelefon zum telefonieren und SMS. Mehr braucht es nicht.

User #3810 (nicht angemeldet)

Dieser Prozess inkl. die Forderungen passen 100% zur heutigen (Über-) Wohlstandsgesellschaft: "Ich will alles" aber "Ich übernehme 0 Verantwortung für mein tun". Und möglich machen das unverständliche Gerichtsurteile getrieben von den Medien....

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