Ein 59-jähriger Mann soll im November 2019 absichtlich zwei Brände gelegt haben. Das Bezirksgericht Weinfelden behandelt den Fall am Donnerstag im abgekürzten Verfahren.
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Justitia - AFP/Archiv

Mehrere Personen hatten in der Nacht auf den 6. November 2019 den Brand in einer Schreinerei in Hörhausen bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Als die Einsatzkräfte eintrafen, stand die Produktions- und Lagerhalle der Schreinerei in Vollbrand.

Es gelang, ein Übergreifen des Feuers auf die angrenzenden Gebäude zu verhindern. Die Bewohner eines nahestehenden Wohnhauses wurden vorsorglich evakuiert. Beim Brand entstand ein Schaden von mehreren hunderttausend Franken.

Die Polizei hatte Brandstiftung von Anfang an in Erwägung gezogen. Der Beschuldigte soll auch für einen weiteren Brand in einem Industriegebäude verantwortlich sein, der in derselben Nacht im rund zehn Fahrminuten entfernten Wigoltingen ausgebrochen war.

Der Mann habe sich bereit einige Tage zuvor zur Firma begeben, in welcher er früher mehrere Jahre gearbeitet hatte, um den Tatort zu erkunden, heisst es in der Anklageschrift. In den Gebäuden lagerten grosse Mengen an Lösungsmitteln, Ölen und weitere leicht entzündliche Stoffe.

Die Feuerwehr konnte das Übergreifen des Feuers auf das angebaute Wohnhaus verhindern. Der Schaden belief sich auf rund 70'000 Franken. Der Beschuldigte soll den Brand aus Groll auf den ehemaligen Arbeitgeber und aus Frust über die bestehende Joblosigkeit gelegt haben.

Beim Brand in der Schreinerei entstanden Sachschäden sowie Betriebsausfälle von rund 2,5 Millionen Franken. Auch hier gab es keine verletzten Personen. Weil er mit der Renovation seines Hausdaches nicht zufrieden war, soll der Mann den Brand gelegt haben.

Der Beschuldigte ist geständig. Es findet ein abgekürztes Verfahren statt. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von drei Jahren, davon zwei Jahre bedingt mit einer Probezeit von drei Jahren.

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