Drohnen-Bilder zeigen: So trocken sind Flüsse und Seen schon jetzt

Wo ist all das Wasser geblieben? Ein Blick auf die Schweizer Gewässer zeigt: Die Pegelstände sinken dramatisch.

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Die Trockenheit hat bei den Schweizer Gewässern Spuren hinterlassen. - Nau.ch/Nico Leuthold

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweiz hat mit starker Trockenheit zu kämpfen.
  • Die Pegelstände vieler Flüsse und Seen im Mittelland sind auf einem rekordtiefen Niveau.
  • Wassersparen ist angesagt.

Die Trockenheit hat die Schweiz fest im Griff.

Der Regen der vergangenen Woche? Ein Tropfen auf den heissen Stein. Die Pegel vieler Schweizer Flüsse und Seen befinden sich auf rekordverdächtigem Tiefstand – die Schweiz trocknet regelrecht aus.

Besonders dramatisch ist die Lage am Bodensee: Der westliche Teil fiel bereits vor rund vier Wochen auf den tiefsten Stand seit Beginn der Messungen. Und Entwarnung ist nicht in Sicht.

Denn auch in den nächsten Tagen ist keine Rettung in Sicht. «Nach aktuellen Unterlagen bleibt es in den kommenden Tagen und voraussichtlich bis Mitte Juli unter Hochdruckeinfluss meist trocken.» Das sagt Gabriela Granat vom Prognosedienst von MeteoSchweiz gegenüber Nau.ch.

Deutlich unter der Norm

Auch das Bundesamt für Umwelt schlägt Alarm: Auf seiner Website schreibt die Behörde, dass Wasserstände und Abflüsse vieler Gewässer deutlich unter den für diese Jahreszeit üblichen Werten liegen. «Bei den Flüssen werden in weiten Teilen des Mittellandes und der Voralpen tiefe bis sehr tiefe Abflussmengen gemessen.»

Statistisch betrachtet bewegen sich die Pegel vieler Gewässer auf einem Niveau, das nur alle zwei bis zehn Jahre erreicht wird. Mancherorts sogar noch seltener.

Wünschst du dir Regen?

Nicht nur der Bodensee ist betroffen: Auch der Walensee, Zugersee sowie kleinere Seen wie der Sempacher- oder Hallwilersee führen für die Jahreszeit aussergewöhnlich wenig Wasser. Und auch zahlreiche weitere Seen liegen deutlich unter ihrem langjährigen Durchschnitt.

Im Nau.ch-Video wird klar: die Situation ist alarmierend. Drei Gewässer stehen im Fokus: die Töss bei Wila ZH, der Rhein bei Trübbach SG, und der Klöntalersee GL.

Die Aufnahmen zeigen: Die Gewässer sind tief, teils sogar trockengelegt.

Zwei Meter unter dem zehn-Jahres-Schnitt

Auf Anfrage erklärt die Axpo Services AG, Eigentümerin des Klöntalersees, die Gründe für den Wasserpegel des Stausees: «Ende Juni lag der Wasserspiegel des Klöntalersees bei rund 842 M.ü.M.», so Mediensprecher Martin Stutz.

Rund zwei Meter unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt.

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Der Klöntalersee bei normalem Wasserpegel. - Kantonspolizei Glarus

«Ein Grund dafür waren Arbeiten rund um den Klöntalersee», erklärt der Mediensprecher. «Deshalb mussten wir den See per Mitte Februar 2026 auf 825 m.ü.M. absenken und bis am 22. März auf diesem Niveau halten.»

Die gute Nachricht: «Der Pegel des Klöntalersees ist in den letzten Wochen wieder gestiegen.» Denn im Juni seien die Turbinen nur wenig eingesetzt worden. «Deshalb haben sich die geringen Niederschlagsmengen vom Juni nicht so stark auf die Stauhöhe ausgewirkt.»

Flussbett der Töss ausgetrocknet

Die Töss führt aktuell sehr wenig Wasser. Sie ist sogar zwischen Steg in Fischenthal und Turbenthal teilweise trockengefallen, wie die Zürcher Baudirektion auf Anfrage erklärt.

Doch: Das sei an der Töss nicht aussergewöhnlich, so Katharina Weber von der Medienstelle der Baudirektion. «In Trockenperioden trocknet das Flussbett im oberen und mittleren Abschnitt immer wieder vollständig aus.»

Das Wasser versickert im lockeren Schotter des Flussbetts und fliesst in diesem Bereich unterirdisch weiter. «Weil das immer wieder zu Fragen aus der Bevölkerung führt, haben wir die Hintergründe des Phänomens auf Infotafeln entlang der Töss aufbereitet», so Weber.

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Das Wasser der Töss versickert im Schotter. - Nau.ch

Bei Regenfällen steige der Grundwasserspiegel in der Regel rasch an und der Fluss führt wieder Wasser. «Das war letztmals am 30. Juni und 1. Juli der Fall. Weil seither kein Regen mehr gefallen ist, ist der Fluss aber wieder trockengefallen.»

Aufgrund der ausgeprägten Trockenheit sei aktuell aber nicht nur die Töss trockengefallen. «Sondern fast alle Flüsse und Bäche im Kanton Zürich führen für die Jahreszeit wenig bis sehr wenig Wasser

Auch Grundwasserstände sinken

Auch in St. Gallen liegen «die Abflüsse und Seepegel nach wie vor in einem tiefen bis sehr tiefen Bereich.» Dies ist den Daten des Kantons zu entnehmen.

An 60 Prozent der Messstationen in Bächen und Flüssen würden Niedrigwasserabflüsse gemessen.

Sparst du bewusst Wasser?

Und weiter: «Es ist ein erhebliches bis sehr grosses Bodenfeuchtedefizit zu beobachten.» Die Grundwasserstände würden nach dem schneearmen Winter, trockenen Frühling und Hitzetagen im Mai und Juni weiter sinken.

Gemeinden rufen zum Wasser sparen auf – und müssen zukaufen

Die Situation ist ob der andauernden Hitze und Trockenheit so angespannt, dass in der ganzen Schweiz Gemeinden zum Wassersparen aufrufen.

So auch Münsingen BE, wo die Gemeinde die Bevölkerung beim Wasserverbrauch zu Zurückhaltung aufruft. Man solle auf das Bewässern von Rasenflächen und das Befüllen privater Pools verzichten.

rishi sunak
In Zeiten von Wasserknappheit ist es nicht angebracht, den Pool aufzufüllen. - pexels

Ebenfalls zum Wassersparen aufgerufen haben Nusshof BL und Mümiswil-Ramiswil SO. Letztere Gemeinde geht gar mit gutem Beispiel voran – und hat den Dorfbrunnen ausser Betrieb genommen.

Noch prekärer ist die Situation derweil für Pfungen ZH. Dort ist das Wasser bereits jetzt so knapp, dass man Wasser aus einem externen Trinkwasserspeicher einkaufen musste.

Kommentare

User #2036 (nicht angemeldet)

Wird nun den Städter das Wasser abgedreht? Das Nein sollte Folgen haben.

Medicine-1

Ich dachte den wandel gibts nicht? Laut den "skeptiken" anscheinend erst nach der abstimmungsschlappe also doch und die "linken" sind jetzt schuld? Herrliche "argumentationsketten" 🥳😆!

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