Digitalisierung

    «Ohne Corona wäre die Digitalisierung nie soweit wie heute»

    Oliver Borner
    Oliver Borner

    Schwyz,

    Bildungsdirektor Michael Stähli zieht zur Corona-Krise ein positives Fazit. Besonders bei der Digitalisierung habe sie auch Vorteile mit sich gebracht.

    Michael Stähli
    Bildungsdirektor Michael Stähli bei einer Pressekonferenz. - Keystone

    Nach über drei Monaten führte der Bundesrat gestern die ausserordentliche Lage in eine besondere Lage zurück. Bereits an Tag zuvor zog die Regierung rund um Landammann Kaspar Michel das erste Zwischenfazit zur Corona-Krise. Wie in allen anderen Departementen fiel es auch im Bildungsdepartement positiv aus.

    Digitalisierung profitiert

    Einen grossen Anteil daran hat unter anderem der Fortschritt in der Digitalisierung des Unterrichts, wie Bildungsdirektor Michael Stähli erklärt. «Ohne die Corona-Krise wären wir nie dort, wo wir heute sind», sagt er. Die Krise habe von den Schulen gefordert, den digitalen Schritt gleichzeitig und gemeinsam zu machen. Homeschooling und digitale Kommunikation über Microsoft Teams oder E-Mail fanden so innert kürzester Zeit den Weg in die Schulzimmer.

    Schule Digitalisierung
    Eine Schülerin lernt. (Symbolbild) - Keystone

    Gerade die kurze Umstellung auf in den digitalen Alltag ist für Stähli ein grosser Gewinn aus der Corona-Zeit. «Hätte man dies auf dem normalen Weg herbeiführen wollen, hätte man auf jeder einzelnen Schulstufe Anpassungen machen müssen.» Der Wurf ins kalte Wasser habe gezeigt, welche Unterrichtsformen auf welcher Stufe funktionieren und wie diese künftig angewendet werden können. Mit der Pädagogischen Hochschule Schwyz habe man auch die Möglichkeit, Lehrpersonen früh auf die digitalen Unterrichtsmethoden zu sensibilisieren.

    Konzepte liegen weiterhin bereit

    Trotz des grossen Nutzens sieht Stähli rückblickend auch Verbesserungspotential im Umgang mit der Krise. «Wir haben gelernt, dass wir schneller kommunizieren müssen, um eine Umstellung vom Präsenz- auf den Fernunterricht besser zu gewährleisten.» Es gelte daher, die erarbeiteten Konzepte nun immer griffbereit zu haben, um bei einer möglichen zweiten Welle vorbereitet zu sein.

    Schulbesuch
    Bildungsdirektor Michael Stähli und Volksschulamtschef Urs Bucher besuchten im Mai den ersten Präsenzunterricht nach dem Lockdown. - zVg

    Von diesen Konzepten wird der Kanton, so hofft Stähli, so schnell nicht mehr Gebrauch machen müssen. Seit Mitte Mai findet im gesamten Kanton im obligatorischen Schulbereich wieder der Präsenzunterricht statt. Obwohl es auch hier immer noch Einschränkungen gibt, bleibt der Bildungsdirektor optimistisch. «Wir sind überzeugt, dass wir die Kinder und Jugendlichen im Präsenzunterricht bis zu den Sommerferien genügend ausbilden können», so Stähli.

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