Schlieren ZH: Erstmals seit zehn Jahren wieder schwarze Zahlen
Die Stadt Schlieren ZH budgetiert für 2027 einen Ertragsüberschuss von 3,1 Millionen Franken. Zugleich stehen Nettoinvestitionen von rund 50 Millionen an.

Der Stadtrat rechnet zu Beginn der neuen Legislatur im Budget 2027 mit einem Ertragsüberschuss von 3.1 Millionen Franken. Damit setzt sich die positive finanzielle Entwicklung der vergangenen Jahre fort und führt erstmals seit zehn Jahren wieder zu einem positiven Budgetergebnis. Die konsequente Ausgabendisziplin ohne Leistungsabbau über alle Ressorts hinweg sowie die höheren Steuererträge tragen wesentlich dazu bei. Gleichzeitig steht mit Nettoinvestitionen von rund 50 Millionen Franken ein ausserordentlich investitionsintensives Jahr bevor. Die Finanzkennzahlen liegen im Budgetjahr innerhalb der strategischen Grenzwerte.
Das Budget 2027 sieht Aufwände von 216.3 Mio. Franken und Erträge von 219.4 Mio. Franken vor. Gegenüber dem Budget 2026 verbessert sich das Ergebnis erfreulicherweise um 7.3 Mio. Franken. Der betriebliche Aufwand bleibt mit 197.8 Mio. Franken dank vorausschauender Haushaltspolitik praktisch unverändert. Innerhalb der einzelnen Aufgabenbereiche zeigen sich dabei unterschiedliche Entwicklungen. So steigt beispielsweise der Aufwand im Bereich Bildung und Jugend um rund 1 Mio. Franken, während insbesondere bei den Ergänzungsleistungen zur IV tiefere Aufwendungen erwartet werden.
Positive Entwicklung bei den Steuern dank Standortqualität und Wirtschaftsentwicklung
Für 2027 wird mit einem Fiskalertrag von 105.8 Mio. Franken gerechnet – rund 9 Mio. Franken mehr als im Budget 2026. Die höheren Erträge zeigen sich sowohl bei den natürlichen als auch bei den juristischen Personen. Bei den Einkommenssteuern natürlicher Personen werden für das Steuerjahr 2027 39.7 Mio. Franken erwartet, gegenüber 36.4 Mio. Franken im Budget 2026. Bei den Gewinnsteuern juristischer Personen steigt der budgetierte Ertrag von 23.8 Mio. Franken auf 25.6 Mio. Franken. Hinzu kommen höhere erwartete Steuererträge aus früheren Jahren. Die Grundstückgewinnsteuern werden unverändert mit 11 Mio. Franken budgetiert.
Der Steuerfuss bleibt stabil bei 111 Prozent.
Hohe Investitionen in Bildung, Alter und Infrastruktur
Mit Nettoinvestitionen von rund 50 Mio. Franken im Verwaltungsvermögen liegt das Investitionsvolumen deutlich über den voraussichtlich 22.8 Mio. Franken des laufenden Jahres. Die grössten Investitionen betreffen den Neubau der Alterseinrichtungen und die Sanierung der Schulanlage Kalktarren. Weitere bedeutende Projekte sind das Reservoir Lölimoos, der Neubau des Pumpwerks Zelgli sowie die Schulraumerweiterung und Tagesstrukturen der Schulanlage Zelgli.
Mit einem Selbstfinanzierungsgrad von 31.6 Prozent kann die hohe Investitionstätigkeit nur teilweise aus eigenen Mitteln finanziert werden. Der Finanzierungsfehlbetrag beträgt rund 34 Mio. Franken. Die Nettoschuld steigt auf 3'760 Franken pro Einwohnerin und Einwohner im Gesamthaushalt beziehungsweise 2'590 Franken im steuerfinanzierten Haushalt.
Die Finanzkennzahlen liegen weiterhin innerhalb der strategischen Grenzwerte. Die Zinsbelastungsquote beträgt 2.0 Prozent, die Eigenkapitalquote 37.9 Prozent. Die Nettoschuld des steuerfinanzierten Haushalts bleibt unter der Obergrenze von 5'000 Franken pro Einwohnerin und Einwohner.
Finanzplan bleibt anspruchsvoll
Die Finanzplanung berücksichtigt zudem einen ausserordentlichen, einmaligen Ertrag aus den Grundstückgewinnsteuern. Aufgrund der Unsicherheit über den Zeitpunkt der Verbuchung wurde dieser im Budget 2027 nicht berücksichtigt. Der Finanzplan zeigt ab 2029 wieder Aufwandüberschüsse. Mit der Fertigstellung der grossen Investitionsprojekte steigen insbesondere die Abschreibungen deutlich an. Diese wiederkehrende Belastung trägt wesentlich dazu bei, dass der Finanzplan ab 2029 wieder negative Ergebnisse ausweist.
Für 2029 und 2030 werden Aufwandüberschüsse von 4.7 Mio. beziehungsweise 6.4 Mio. Franken erwartet. Die Nettoschuld des steuerfinanzierten Haushalts steigt gemäss Finanzplanung auf 4'862 Franken pro Einwohnerin und Einwohner im Jahr 2029 und 5'159 Franken im Jahr 2030. Die Entwicklung zeigt, dass die Priorisierung künftiger Investitionen und die Begrenzung des Ausgabenwachstums weiter an Bedeutung gewinnen.
Schwarze Null statt Aufwandüberschuss: klar verbesserte Prognose für das Jahr 2026
Für das laufende Jahr zeichnet sich ein deutlich besseres Ergebnis als budgetiert ab. Entgegen dem budgetierten Aufwandüberschuss von 4.2 Mio. Franken wird derzeit erfreulicherweise mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet. Zur Verbesserung tragen insbesondere höhere Erträge aus dem kantonalen Finanzausgleich, höhere Fiskalerträge sowie tiefere Transferaufwendungen bei. Bis zum Jahresabschluss bestehen insbesondere bei den Steuererträgen und auf der Aufwandseite noch Unsicherheiten.
Die Investitionstätigkeit bleibt unter dem Budgetwert. Mit Nettoinvestitionen im Verwaltungsvermögen von voraussichtlich 22.8 Mio. Franken werden rund 71 Prozent der budgetierten Investitionen umgesetzt. Der Selbstfinanzierungsgrad verbessert sich von budgetierten 31.9 Prozent auf voraussichtlich 55.0 Prozent.










