Aeschi und Graber sorgten schon mal zusammen für Wirbel
Heute Freitag um 12 Uhr lief die Frist für die Kandidaturen zur Nachfolge von SVP-Bundesrat Guy Parmelin aus. Nun sind alle Kandidaten bekannt.
Im Überblick
9- Erinnerung ans Prügel-Video
- Sieben Männer und eine Frau der SVP für Bundesratsamt nominiert
- Jean-Pierre Gallati will ebenfalls
- So erklärt SVP Zug Aeschis Kandidatur ohne dessen Zusage
- Walliser Doppelpack: Neben Graber will auch Ruppen in den Bundesrat
- Nächste Kandidatur: Auch Michael Graber will Bundesrat werden
- SVP Zug nominiert Aeschi – wird er kandidieren?
- Thomas Matter verzichtet auf eine Bundesratskandidatur
Thomas Aeschi und Michael Graber sind beide als Kandidaten für die Nachfolge von Noch-Bundesrat Guy Parmelin nominiert.
Wir erinnern uns: Die beiden standen vor rund zwei Jahren schon einmal gemeinsam in dem Schlagzeilen – aber damals nicht aus staatsmännischen Gründen.
Im Juni 2024 lieferte sich insbesondere Thomas Aeschi während des Besuches des ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk ein Handgemenge mit Bundespolizisten.
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Hintergrund: Das Bundeshaus war damals weiträumig abgeriegelt. Sogar im Innern sorgten Bundespolizisten mit Maschinenpistolen dafür, dass niemand der ukrainischen Nummer 2 zu nahe kommt.
Das passte vor allem SVP-Parlamentariern überhaupt nicht: Fraktionschef Thomas Aeschi lief stur trotzdem die breite Treppe in der Haupthalle hinunter.
Auch SVP-Nationalrat Michael Graber verwickelt mehrere Bundespolizisten in eine Diskussion. Schliesslich kam es zum Handgemenge – das Video davon wurde damals exklusiv von Nau.ch aufgenommen.
Jetzt werden keine Bewerbungen mehr angenommen. Die Nationalräte Thomas Aeschi (ZG), Michael Graber (VS), Rémy Wyssmann (SO), die Nationalrätin Céline Amaudruz (GE), Ständerat Marco Chiesa (TI) sowie die Regierungsräte Jean-Pierre Gallati (AG), Franz Ruppen (VS) und Pierre Alain Schnegg (BE) wollen in den Bundesrat.
Der Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati will ebenfalls für die SVP als Bundesrat kandidieren. Dies teilt die Kantonalpartei am Freitagmittag mit.
Die Geschäftsleitung der SVP Aargau hatte Gallati bereits am Donnerstag einstimmig nominiert, wie die Kantonalpartei am Freitag mitteilte. Die Nomination geht nun an die Findungskommission der SVP Schweiz. Gallati stehe klar für eine unabhängige Schweiz, eine begrenzte Zuwanderung und eine starke Armee, schrieb die Partei zur Nomination.
Gallati ist seit Ende 2019 Mitglied des Regierungsrats. Gallati steht im Aargau dem kantonalen Departement Gesundheit und Soziales vor und ist somit auch für Themen wie Asyl und Armee zuständig.
Die SVP Zug hat am Freitagmorgen, wenige Stunden vor Ablauf der Frist, SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi als Bundesratskandidaten nominiert. Ob er die Kandidatur annimmt, ist allerdings noch offen.
In einer Mitteilung bedankt sich Aeschi für das Vertrauen. Er kündigt «intensive Gespräche» mit seiner Familie, seinen Fraktionskollegen und Politikern anderer Parteien in den nächsten Wochen an.

Warum zögert Aeschi mit seiner Entscheidung, obwohl die Frist kurz vor dem Ablauf steht?
Heute kommt keine Antwort mehr
Philip C. Brunner, Präsident der SVP Kanton Zug, bestätigt, dass Aeschi bisher weder zu- noch abgesagt habe. «Heute ist auch keine Antwort mehr zu erwarten», sagt er zu Nau.ch.
«Wir sind als Partei unter Zugzwang geraten. Wir haben die Unterlagen eingereicht, um Herrn Aeschi einen Slot zu sichern», erklärt Brunner.
Bei der SVP müssen die Kantonalparteien die Kandidaturen einreichen, nicht die Kandidaten selbst.
Damit wird Aeschi wie die anderen Kandidaten zu Gesprächen vor der Findungskommission eingeladen. Ob er tatsächlich kandidiert, wisse Brunner nicht. «Wir sind aber zuversichtlich.»
Auch der Walliser Staatsrat Franz Ruppen will Guy Parmelin als Bundesrat beerben.
Das gab das Walliser SVP-Regierungsmitglied an einer gemeinsamen Medienkonferenz mit dem ebenfalls kandidierenden Nationalrat Michael Graber am Freitag in Bern bekannt.
Im Rennen um die Nachfolge von Guy Parmelin kommt Bewegung auf: Am Freitagmorgen hat auch der Walliser SVP-Nationalrat Michael Graber seine Kandidatur bekannt gegeben.

«Ich rechne mir intakte Chancen aus, von der SVP offiziell nominiert zu werden», sagte er gegenüber den Zeitungen von Tamedia.
Die Parteileitung der SVP Kanton Zug nominiert Thomas Aeschi für die Ersatzwahl in den Bundesrat vom 9. Dezember 2026. Sein persönlicher Entscheid über eine Kandidatur steht noch aus.

Thomas Aeschi zeigt «grossen Respekt und tiefe Demut vor dem Amt als Bundesrat». Er sagt: «Ich danke der Kantonalpartei für das in mich gesetzte Vertrauen. Bevor ich der Findungskommission mitteilen kann, ob ich mich für das Amt als Bundesrat erneut zur Verfügung stelle, werde ich in den kommenden Wochen intensive Gespräche führen.»
Als Mitglied der Findungskommission wird Matter in den Ausstand treten. 2015 war Aeschi bei der Wahl zum Bundesrat noch gescheitert – gegen Guy Parmelin.
Nächste prominente Absage in der SVP für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin: Nationalrat Thomas Matter stellt sich für die Wahl nicht zur Verfügung.
Vor Matter hatte aus dem Kanton Zürich bereits Nathalie Rickli abgesagt. Damit wird sich im Dezember kein Zürcher zur Wahl stellen.

Domenik Ledergerber, Präsident der SVP des Kantons Zürich: «Die SVP des Kantons Zürich verzichtet darauf, der Findungskommission einen Wahlvorschlag zu unterbreiten.»
Heute Freitag endet um 12 Uhr die Frist der SVP Schweiz für die Anmeldung von Kandidaturen zur Bundesratsnachfolge von Guy Parmelin. Wir zeigen im Überblick welche Kandidaten Stand 07.30 Uhr noch im Rennen sind und welche nicht.
Sie wollen in den Bundesrat:
- Céline Amaudruz, Nationalrätin aus Genf
- Rémy Wyssmann, Nationalrat aus Solothurn
- Pierre Alain Schnegg, Regierungsrat Kanton Bern
- Marco Chiesa, Ständerat Kanton Tessin
Sie überlegen noch:
- Thomas Aeschi, Nationalrat Zug
- Jean-Pierre Gallati, Regierungsrat Aargau
- Benjamin Giezendanner, Nationalrat Aargau
- Michael Graber, Nationalrat Wallis
- Franz Ruppen, Staatsrat Wallis
Sie haben abgesagt:
- Franz Grüter, Nationalrat Luzern
- Nicolas Kolly, Nationalrat Freiburg
- Christian Imark, Nationalrat Solothurn
- Pascal Schmid, Nationalrat Thurgau
- André Rüegsegger, Regierungsrat Schwyz
- Natalie Ricki, Regierungsrätin Zürich
- Esther Friedli, Ständerätin St. Gallen
- Gregor Rutz, Nationalrat Zürich
- Magdalena Martullo-Blocher, Nationalrätin Graubünden
- Marcel Dettling, Nationalrat Schwyz (Parteipräsident)













