In einem nervösen Final setzte sich mit Amriswil die Mannschaft durch, die nach zweimaligem Satzrückstand im Tie-Break ihr bestes Volleyball abrufen konnte.
LINDAREN Volley Amriswil holt den Cupsieg
LINDAREN Volley Amriswil holt den Cupsieg - LINDAREN Volley Amriswil

Die Thurgauer starteten wie die Feuerwehr ins Spiel. Nach wenigen Minuten stand es schon 9:4. Doch so, wie sie den Vorsprung erspielt hatten, gaben sie ihn auch wieder aus der Hand. Der Ball zum 9:5 war schon der vierte Aufschlagfehler der Amriswiler, und dann wurden bis zur Satzmitte Milija Mrdak und zweimal Björn Höhne geblockt.

Aus der Führung wurde nach dem 14:14 ein Rückstand, der in der Folge bis auf 15:19 anwuchs. Coach Juan Manuel Serramalera versuchte es mit der Einwechslung von Quentin Zeller für Björn Höhne. Und siehe da: Bei 23:23 hatten die Amriswiler das Skore ausgeglichen. Als sich dann aber sowohl Mrdak als auch Facundo Imhoff geblockt sahen, stand es 23:25 zu Gunsten der Solothurner.

Der zweite Satz war eine Blaupause des ersten. Nach der 9:5-Führung mussten die Amriswiler den Gegner auf 9:9 aufholen lassen. Nach dem 13:13 erarbeiteten sich die Leute um Passeur Reto Giger einen 3-Punkte-Vorsprung, der bis zum 16:19 Bestand hatte. Bei 21:21 hatten aber die Amriswiler wieder ausgeglichen, vor allem dank dem in dieser Phase unwiderstehlichen Luis Sosa. Und dieses Mal liessen sie sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und holten sich den Satz ihrerseits mit 25:23.

Tie-Break wurde zum Schaulaufen der Amriswiler

Die grosse Amriswiler Fangemeinde hoffte, dass mit diesem Satzgewinn Ruhe und Sicherheit ins Amriswiler Spiel einkehren würde. Doch da hatte «Schöni» definitiv etwas dagegen. Die Leute des ehemaligen Amriswiler Coachs Johan Verstappen zeigten in Satz 3 ihr bestes Spiel und setzten ihren Gegner unter Dauerdruck. Es kam ihnen entgegen, dass sie von Satzbeginn weg in Führung lagen und diese nie mehr abgeben mussten.

Bei 18:19 sah es nochmals sehr eng aus, doch bis zum 20:25-Satzverlust brachten die Leute um Captain Mrdak nur noch zwei Punkte zustande. Die Spannung stieg in Satz 4 ins Unermessliche. Nervosität ergriff auch die Abgeklärtesten unter den Akteuren, was sich in je sieben Aufschlagfehlern in diesem einen Abschnitt manifestierte.

Bis zum 19:19 wogte das Spiel hin und her, ehe der für den Aufschlag eingewechselte Julian Weisigk mitverantwortlich dafür war, dass Amriswil einen Punkt zum 21:19 «stehlen» konnte. Und als dann Björn Höhne den Schönenwerd-Bomber Jalen Penrose ganz alleine blockte, war der Satz entschieden.

Das Tie-Break wurde dann zum Schaulaufen der Amriswiler. Milija Mrdak und Luis Sosa waren nicht mehr zu halten. Weil genau dann, als es ultimativ draufankam, der serbische Captain sein einziges Service-Ace des Spiels erzielte und der Block gegen den zuvor sehr effektiven peruanischen Mitteangreifer Daniel Urueña zweimal erfolgreich war, holten sich die Amriswiler letztlich nicht unverdient Satz, Spiel und Pokal.

Playoff-Finalerie gegen Chênois Genf

Auf Amriswiler Seite war Captain und Diagonalangreifer Milija der spielbestimmende Spieler. Luis Sosa war im Angriff top, im Aufschlag aber flop: sechs Fehler bei acht Aufschlägen. Es war denn auch mitentscheidend, dass Coach Juan Manuel Serramalera in jedem Satz gegen Satzende Julian Weisigk anstelle von Luis Sosa für den Aufschlag einwechselte.

Mit welcher Nervenstärke der junge Schweizer Edelreservist in den entscheidenden Momenten die Aufschläge ins Feld des Gegners knallte (14 Aufschläge mit einem Ace und einem Fehler), war beeindruckend.

LINDAREN Volley Amriswil hat kaum Zeit, sich über den Cup-Sieg zu freuen. Ab Montag beginnt die Vorbereitung auf die Playoff-Finalerie gegen Chênois Genf. Denn eines ist klar: Jetzt will man das Double.

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