GLP-Podium: Wie neutral soll die Schweiz sein?
Am 9. September 2026 diskutierten beim öffentlichen Podium der GLP Linth im Kreuz Jona SVP-Kantonsrat Sascha Schmid und Adrian Wiedmer vom Verein NeutRealität.

Wie neutral soll die Schweiz sein? Mit dieser Frage lud die GLP Linth am 9. September zum öffentlichen Podium ins Kreuz Jona ein.
Die Frage richtete der Moderator Pascal Büsser (Redaktor der Linth-Zeitung) an SVP-Kantonsrat Sascha Schmid und den Präsidenten des Vereins NeutRealität Adrian Wiedmer.
Schmid (SVP): Nur ein strikt neutrales Land ist glaubwürdig
Sascha Schmid argumentierte, dass die Neutralität durch den Bundesrat aufgeweicht wurde, weil dieser sich nach Kriegsbeginn den EU-Sanktionen gegen Russland angeschlossen habe.
Er ist der Ansicht, dass nur ein strikt neutrales Land glaubwürdig sei. Eine immerwährende, bewaffnete Neutralität sei die Superkraft der Schweiz. Diese Haltung habe die Schweiz während 200 Jahren vor Kriegen geschützt.
Schmid gab jedoch zu bedenken, dass die Schweiz in die Armee investieren müsste. Mit den heutigen militärischen Möglichkeiten könne die Schweiz ihr Land im Falle eines Angriffes nicht ausreichend verteidigen.
Wiedmer (NeutRealität): Mit Nachbarländern zusammenarbeiten, keinem Militärbündnis beitreten
Adrian Wiedmer gründete aufgrund der aus seiner Sicht zurückhaltenden Haltung des Bundesrates nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine die Bürgerbewegung NeutRealität. Seither setzt er sich gemeinsam mit Historikern, Experten und Bürgern dafür ein, die Bevölkerung zu sensibilisieren.
Aus Wiedmers Sicht sind Sanktionen die wirksamsten nicht kriegerischen Mittel, um ein kriegsführendes Land zu schwächen. Russland habe in seiner Geschichte viele Länder angegriffen. Dass die Schweiz seit über 200 Jahren Frieden geniesse, sei ihrer flexiblen Auslegung der Neutralität zu verdanken.
Damit sich die Schweiz auch künftig gegen Weltmächte schützen könne, müsse sie mit ihren Nachbarländern zusammenarbeiten, jedoch keinem Militärbündnis beitreten.
Pro Investitionen in eine moderne, militärische Aufrüstung
Beide Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass Sanktionen leider auch wirtschaftliche Folgen für die Bevölkerung eines kriegsführenden Landes hätten.
Ebenso befürworteten sowohl Schmid als auch Wiedmer Investitionen in eine moderne militärische Aufrüstung angesichts der unsicheren Weltlage.










