Unbekannte hinterlassen Müll-Chaos an Familien-Feuerstelle
Ein Video aus Saanen BE zeigt einen Grillplatz voll mit zurückgelassenem Abfall. Im Netz ist der Ärger gross – Manche verlangen strengere Regeln.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Feuerstelle in Gstaad-Saanen wurde stark vermüllt zurückgelassen.
- Ein Facebook-Video des verschmutzten Platzes sorgt für Empörung.
- Littering tritt laut «Schweizer Familie»-Feuerstellen vor allem nach sonnigen Wochenenden auf.
Leere Bierdosen stehen herum, angefangene Ketchup- und Mayo-Flaschen wurden zurückgelassen, Abfallsäcke liegen vor den beiden Mülleimern: Die Familien-Feuerstelle Dorfrütti am westlichen Pistenende des Flugplatzes Gstaad-Saanen BE gab kürzlich ein trauriges Bild ab.
In diesem Zustand entdeckt hatte sie Beat G. Er kommt nach eigenen Angaben beinahe täglich an der Feuerstelle vorbei. «Ich war entsetzt, kein Mensch weit und breit», sagt er zu Nau.ch. «In dem ungeheuren Ausmass habe ich den Ort noch nie angetroffen.»
Zwei Tage später sei die Feuerstelle bereits weitgehend aufgeräumt gewesen. Nur die Kehrichtsäcke hätten noch an das unrühmliche Gelage erinnert. Er selber habe die Gemeinde nicht informiert, so der Anwohner.
Video auf Facebook sorgt für Unverständnis
Sein Video des verschmutzten Platzes sorgt auf Facebook für Kopfschütteln. «So sind die Menschen heute. Keinen Anstand gelernt. Anscheinend muss man überall Kameras aufhängen, damit man die Verursacher zur Kasse bitten kann», schreibt eine Userin.
Eine andere plädiert dafür, die Nutzung der öffentlich zugänglichen Grillplätze stärker zu regeln: «Man sollte sich anmelden müssen und einen Unkostenbeitrag für Holz und Abfall bezahlen, und zwar im Voraus.»
Auch die Sorge vor Konsequenzen für die Allgemeinheit kommt auf. Ein Mann kommentiert: «Genau wegen solchen respektlosen Typen gibt es immer mehr Verbote und Einschränkungen.»
Dorfrütti gehört zu den offiziell beschilderten «Schweizer Familie»-Feuerstellen. Für deren Infrastruktur ist allerdings nicht die Organisation selbst verantwortlich.
Nicole Tanner, Koordinatorin der «Schweizer Familie»-Feuerstellen, erklärt gegenüber Nau.ch: «Die Infrastruktur selbst gehört den jeweiligen Gemeinden oder Tourismusorganisationen. Diese sind auch direkt für die Pflege, den Unterhalt und die Reinigung der Plätze zuständig.»
Littering trifft gut erreichbare Plätze
Vermüllte Feuerstellen seien der Organisation durchaus bekannt. «Meldungen über Littering erreichen uns leider gelegentlich», sagt Tanner. Besonders betroffen seien gut erreichbare Plätze oder solche in der Nähe von Wohngebieten – «vor allem nach sonnigen Wochenenden».
Dabei bleiben laut Tanner etwa PET-Flaschen, andere Flaschen und Verpackungen zurück. Die zuständigen Werkdienste der Gemeinden würden jedoch dafür sorgen, «dass die Plätze schnellstmöglich wieder sauber sind».
Ein flächendeckend negatives Bild will Tanner deshalb nicht zeichnen. Trotz solcher Fälle erhalte man von Gästen und Betreibern «überwiegend sehr positives Feedback».
Littering bleibe zwar eine allgemeine Herausforderung. Die Teams in Gemeinden und Vereinen begegneten ihr aber täglich mit viel Engagement.











