Grüne LU fordern klare Regeln für Smart Glasses
Heimlich filmen in der Badi? Smart Glasses, die unbemerkt mitschneiden und Daten in die Cloud schicken, sind in Luzern Realität. Die Grünen fordern Massnahmen.

Was technisch fasziniert, wird in der Badi und anderen öffentlichen Orten zum Problem. Ein am Donnerstag, 9. Juli 2026, eingereichtes Postulat fordert den Stadtrat zum Handeln auf.
Optisch kaum von normalen Brillen zu unterscheiden, verfügen Smart Glasses über Kameras, Mikrofone und KI-Funktionen. Oft landen die aufgenommenen Bilder und Töne in Echtzeit in der Cloud.
Während beim Smartphone offensichtlich ist, wenn jemand filmt, ist es bei Smart Glasses von aussen nicht erkennbar. Betroffene haben keine Chance zu merken, wenn sie gefilmt werden. Smart Glasses sind eine starke Bedrohung für Persönlichkeitsrechte.
Sexistische Dimension: Besonders oft Frauen betroffen
Das ist besonders heikel, wo Menschen leicht bekleidet sind: in städtischen Badis, der Ufschötti, der Lidowiese, der Wiese beim Richard-Wagner-Museum oder an der Reuss beim Nordpol.
Weil Frauen von solchen heimlichen Aufnahmen besonders oft betroffen sind, hat das Thema auch eine klare sexistische Dimension.
Ein absolutes Verbot von Smart Glasses liegt nicht in der Macht der Stadt. Als Betreiberin von Badeanlagen und städtischen Gebäuden sowie als Veranstalterin von Events hat sie jedoch Handlungsspielräume. Dies soll der Stadtrat prüfen und rasch umsetzen.
Nicht einfach wegsehen
«Smart Glasses machen aus jedem Menschen eine potenzielle Überwachungskamera. Diese massive Bedrohung für die Persönlichkeitsrechte darf nicht einfach so hingenommen werden», konstatiert Adrian Häfliger, Grossstadtrat Grüne.
«Frauen werden schon heute überproportional häufig Opfer von heimlichen Aufnahmen. Smart Glasses vereinfachen diese Form sexistischer Gewalt. Die Stadt darf nicht einfach wegsehen», fordert Monika Weder, Grossstadträtin Grüne.










