Gewaltschutz stärken: SP Luzern reicht vier Vorstösse ein
Die Gewalt wächst: Die SP Luzern handelt und reicht im Kantonsrat vier Vorstösse ein, um den Gewaltschutz nachhaltig zu stärken und gezielt weiterzuentwickeln.

Die Gewalt nimmt zu – in der Schweiz und auch im Kanton Luzern. Besonders alarmierend ist der Anstieg häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt sowie die Zunahme von Femiziden.
Gleichzeitig zeigen sich neue Dynamiken und Anforderungen an Prävention, Opferschutz und Behördenzusammenarbeit.
Die SP Luzern handelt und reicht im Kantonsrat vier Vorstösse ein, um den Gewaltschutz nachhaltig zu stärken und gezielt weiterzuentwickeln.
Planungsbericht soll Handlungsbedarf benennen
Mit einer Motion fordert Elin Elmiger, Kantonsrätin aus Altwis, einen Planungsbericht zu häuslichen, geschlechtsspezifischen und weiteren Formen von Gewalt.
Dieser soll erstmals eine umfassende Übersicht über bestehende Formen von Gewalt, Massnahmen und Angebote im Kanton Luzern schaffen, bestehende Lücken aufzeigen und den zukünftigen Handlungsbedarf benennen.
Ziel ist eine koordinierte und wirksame Weiterentwicklung des Gewaltschutzes.
«Das gesellschaftliche Bewusstsein für Gewalt ist gewachsen, und es wurden bereits wichtige Schritte unternommen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine fundierte Auslegeordnung, um den Gewaltschutz gezielt und nachhaltig weiterzuentwickeln», betont Elin Elmiger.
Überprüfung Informationsaustausch und Zusammenarbeit
Mit einem Postulat verlangt Anja Meier, Kantonsrätin aus Willisau, eine Überprüfung des Informationsaustauschs und der Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden und Fachstellen bei häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt im Kanton Luzern.
Der Regierungsrat soll bestehende Hürden im Datenaustausch identifizieren und darlegen, wie Koordination, Informationsfluss sowie Prävention und Intervention konkret verbessert werden können.
«Wo Informationen zu spät oder unvollständig fliessen, wird wirksamer Opferschutz erschwert. Genau hier setzt mein Postulat an», sagt Anja Meier.
Einführung Notrufnummer 142
Mit einer Anfrage thematisiert Caroline Rey, Kantonsrätin aus der Stadt Luzern, die Einführung der nationalen Notrufnummer 142 für häusliche Gewalt, die demnächst in Betrieb geht.
Die SP will wissen, mit welchen Szenarien der Kanton Luzern rechnet und wie er sich auf mögliche Auswirkungen vorbereitet hat, insbesondere auf eine erwartete Zunahme der Anfragen bei Beratungsstellen.
«Die Notrufnummer 142 ist ein Meilenstein für den Opferschutz. Entscheidend ist nun, dass der Kanton vorbereitet ist und Betroffene rasch die nötige Unterstützung erhalten», unterstreicht Caroline Rey.
Nachhaltige Gewaltprävention
Schliesslich rückt die SP auch die Arbeit mit Tätern und gewaltausübenden Personen in den Fokus. Neben dem Schutz der Opfer ist diese Arbeit ein zentraler Bestandteil einer nachhaltigen Gewaltprävention.
In ihrer Anfrage will Pia Engler, Kantonsrätin aus Kriens, wissen, welche Angebote und Massnahmen im Kanton Luzern bestehen, wie sie angeordnet und umgesetzt werden und wie wirksam sie sind.
«Gewalt wirksam zu bekämpfen heisst auch, bei den Tätern und gewaltausübenden Personen anzusetzen. Diese Arbeit muss konsequent weiterentwickelt und gestärkt werden», führt Pia Engler aus.
Mit den vier Vorstössen setzt die SP Luzern ein klares Zeichen: Gewaltschutz braucht politisches Engagement, Koordination und den Mut, bestehende Strukturen kritisch zu überprüfen und weiterzuentwickeln.










