Coronavirus

    Covid-19-Härtefallgelder: Luzerner Kantonsrat fordert Klarheit

    Keystone-SDA Regional
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    Luzern,

    Der Luzerner Kantonsrat verlangt mehr Transparenz bei der Rückforderung von Covid-19-Härtefallgeldern.

    Luzerner Kantonsrat
    Bernadette Rüttimann tritt per 8. September aus dem Luzerner Kantonsrat zurück (Symbolbild). - keystone

    Der Luzerner Kantonsrat will rund um die Rückforderungen von Covid-19-Härtefallgeldern mehr Klarheit. Er hat am Dienstag den Regierungsrat per Postulat beauftragt, zuhanden seiner Kommission für Wirtschaft und Abgaben (Wak) innerhalb von zwei Monaten einen entsprechenden Bericht zu erarbeiten.

    Der Kanton unterstützte während der Pandemie Unternehmen, die wegen den Covid-19-Massnahmen weniger Umsatz machten. Nun fordert er von denjenigen, welche dank der Hilfe Gewinne erzielten, Rückzahlungen bis zur Höhe des Gewinns. Es handelt sich dabei um die sogenannte bedingte Gewinnbeteiligung.

    Kritik aus Gastronomiebranche

    In verschiedenen Branchen, vor allem in der Gastronomie, sorgte das Vorgehen des Kantons für Unmut. Die Gelder seien à fonds perdu und als Fixkostenentschädigung ausgesprochen worden, kritisierte etwa der Verband Gastro Luzern. Man werde sich mit Einsprachen gegen Rückzahlungsverfügungen wehren.

    Der Kanton stellte sich auf den Standpunkt, dass der Staat keine privaten Gewinne finanzieren solle. Er verwies darauf, dass der Bund bei der von ihm geleisteten Hilfe diese Praxis ebenfalls kenne.

    Regierungsrat überzeugt von Rechtmässigkeit

    Der Regierungsrat ist von der Rechtmässigkeit seines Vorgehens überzeugt. Auch für ihn gibt es aber offene juristische Fragen. Entsprechende Präzedenzfälle will er deswegen von den Gerichten beurteilen lassen.

    Das Parlament möchte aber genau wissen, was Sache ist. Es hiess oppositionslos ein dringliches Postulat der Fraktionen Mitte, SVP und FDP gut, gemäss dem der Regierungsrat seine Vorgaben zu den Härtefallgeldern prüfen und der zuständigen Parlamentskommission Bericht erstatten muss.

    Politische Beurteilung gefordert

    Es brauche eine detaillierte und klare Basis für eine politische Beurteilung, begründete Adrian Nussbaum (Mitte) den Vorstoss. Derzeit stünden viele falsche oder tendenziöse Behauptungen im Raum.

    Die Sprecher der drei Fraktionen verzichteten in der Debatte wegen diesen Unklarheiten auf eine politische Würdigung.

    Urs Christian Schumacher
    Urs Christian Schumacher (SVP). - SVP Kanton Luzern

    Urs Christian Schumacher (SVP) dagegen kritisierte das Vorgehen des Kantons. A fonds perdu heisse nicht rückzahlbar, sagte er. Der Staat solle zur Vernunft zurückkehren und nicht mit juristischen Winkelzügen Geld zurückfordern.

    Einigkeit herrschte im Parlament, dass mit staatlichen Mitteln keine privaten Gewinne finanziert werden sollen.

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