In seinem Gastbeitrag schreibt André Tapernoux, Präsident der EVP Küsnacht und Mitglied der RPK, über künftige Projekte in der Gemeinde.
André Tapernoux EVP Küsnacht
André Tapernoux EVP Küsnacht - zVg

Gespannt hatte ich das Abstimmungsergebnis über die beiden Einzelinitiativen erwartet. Während das Resultat bei der Einzelinitiative zur Finanzkompetenz von Ueli Häfeli relativ klar war, kam die Altersinitiative von Beatrice Rinderknecht Bär auf erstaunliche 46% der Stimmen.

Zur Erinnerung: Die Auswirkungen bei einem Ja wären für die Gemeinde einschneidend gewesen, weshalb auch die EVP trotz Sympathien für das Anliegen ein Nein empfahl. Nicht zu vergessen war sicher die leidvolle Vorgeschichte, bei der erst ein Gericht entscheiden musste, dass die Initiative der Bevölkerung vorgelegt wird.

Areal am See für alle Bevölkerungsschichten

Mit der knappen Ablehnung ist aus meiner Sicht ein Wunsch von vielen Leuten verbunden: Auf dem Areal des ehemaligen Pflegeheims am See soll ein neues und zukunftsgerichtetes Projekt für alle Bevölkerungsschichten entstehen.

Da eine solche Planung längere Zeit in Anspruch nehmen wird, ist es wichtig, bald damit zu beginnen. Um zu vermeiden, dass man – wie bei anderen Projekten – hohe Planungskosten hat, könnte man ähnlich wie bei der ZKB-Dividende erst einmal einen Ideenwettbewerb veranstalten.

Klar ist, dass dann auch Ideen eingehen, die auf den ersten und vielleicht auch auf den zweiten Blick unrealistisch sind. Aber wer weiss, vielleicht können sie dann andernorts umgesetzt werden? Oder mindestens ein Teil kann verwirklicht werden. Ich würde es begrüssen, wenn Küsnachterinnen und Küsnachter wieder an einem gemeinsamen Projekt arbeiten und, ja, vielleicht auch streiten werden. Das Areal ist unsere gemeinsame Zukunft, nehmen wir sie in die Hand!

Weitere Ideen für Küsnacht

Neue Ideen sind auch beim Energieprogramm gefragt. Die von mir mitunterzeichnete Solarstrom-Initiative will, dass Küsnacht als innovative Gemeinde mit dem Label «Energiestadt Gold» eine Führungsrolle auch im Solarbereich anstrebt. Neben den dazu nötigen Anreizen ist uns vor allem eine Vereinfachung der Bewilligungen wichtig.

Leider höre ich von verschiedenen Leuten, dass es selbst bei einem Ausbau von bestehenden Anlagen Probleme gibt. Es geht also sicher nicht nur um Zuschüsse, sondern in erster Linie um das Ermöglichen von effizienten und umweltschonenden Lösungen. In guter Schweizer Tradition soll die Gemeinde dabei unterstützen und nicht bremsen. Vielleicht rennen wir Initianten damit ja offene Türen ein. Wir hoffen es!

Mit einem neuen Vorschlag ist im Februar auch der Gemeinderat an die Öffentlichkeit getreten: Er möchte sich auf sieben Mitglieder verkleinern. Positiv anzumerken ist, dass damit die Exekutive etwas wagt und im Hinblick auf die nächsten Wahlen Klarheit schaffen will. Ob das heutige Neunergremium aber wirklich «schwerfällig» ist und die Verwaltung eine «agilere Organisation» braucht, geht leider aus der Information nicht hervor.

Und auch meine Anfrage, ob der Gemeinderat das den Parteien erklären könnte, blieb bisher unbeantwortet. Unbestritten ist, dass insbesondere die Neuorganisation der Verwaltung erhebliche Ressourcen binden wird. Diese fehlen dann unter anderem bei den oben skizzierten Projekten. Darum empfehle ich: Setzen wir die Prioritäten richtig und schicken wir diesen Vorschlag an den Absender zurück. Denn auch der Gemeinderat fürchtet nicht, dass es nächstes Jahr zu wenig Kandidierende gibt.

Und damit danke ich den vielen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern, die sich ideenreich für Küsnacht engagieren. Das ist nicht selbstverständlich. Und es macht unsere Gemeinde nicht nur reich, sondern auch lebenswert.

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