Wie die Gemeinde Chur informiert, bittet der Stadtrat die Bürger, zur Verringerung der Überpopulation wilder Tauben diese nicht zu füttern.
Altstadt Chur.
Altstadt Chur. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

In der Stadt Chur, insbesondere im Umfeld des Bahnhofs, herrscht eine Überpopulation von Strassentauben. Diese führt zu verschiedenen Problemen. Einerseits zu Parasitenbefall für die Tiere und andererseits zu Verunreinigung an Gebäuden oder Gastro-Aussenbereichen. Die Einschränkung des Nahrungsangebots ist ein bewährtes Lösungsmodell, das auch langfristige Erfolge verspricht. Dabei ist der Stadtrat auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen und bittet darum, die Tauben nicht mehr zu füttern.

Rund um den Bahnhofplatz Chur leben mehrere Hundert verwilderte Haustauben. Diese vermehren sich stetig und bilden mit den restlichen Stadttauben die grösste Population Graubündens. Zu dieser Überpopulation tragen diverse Faktoren bei: Einerseits gibt es in der Stadt wenig Fressfeinde, andererseits sind die klimatischen Bedingungen und Rückzugsmöglichkeiten ideal. Zudem finden die Tiere ein breites Angebot an Nahrungsquellen vor, insbesondere am Bahnhof durch gezielte Fütterungen oder Littering.

Negative Auswirkungen der Überpopulation

Die Tauben-Überpopulation führt zu negativen Auswirkungen, welche diverse Bereiche betreffen. Durch den Taubenkot entstehen Verunreinigungen und Schäden an Gebäuden und Denkmälern. Für Passierende, ÖV-Benutzende und die Gastro-Unternehmen rund um den Bahnhof sind Überflüge mit Kotabgabe störend und Reklamationen von Gastro-Unternehmen und ihren Gästen nehmen laufend zu.

Eine weitere Problematik ist die generelle Verunreinigung des Areals, welche den Reinigungsaufwand der Reinigungsequipen erhöht. Zudem können von den Brutplätzen Parasiten wie Taubenzecken, Flöhe und Blutmilben ausgehen, welche auch Menschen befallen können. Nicht zuletzt schadet die hohe Populationsdichte aber auch den Tauben selber, da sie bei der Suche nach Nistplätzen in Not geraten und diese überbesetzt sind, was zu Stress, Krankheiten und Parasiten unter den Tauben führt.

Für Tierfreunde gilt: Tauben nicht füttern

Der Grün und Werkbetrieb der Stadt Chur unternimmt, zusammen mit der SBB und RhB, diverse Bemühungen gegen die Taubenplage. So wurden beispielsweise bauliche Massnahmen ergriffen, um Brutplätze unbrauchbar zu gestalten. Auch Raben-Attrappen wurden montiert, welche die Tauben vergrämen sollen. Für einen langfristigen Erfolg ist es jedoch zwingend, die Futterquellen zu minimieren.

Für einzelne Personen kann das Füttern von Tauben ein starkes Naturerlebnis sein. Die Kosten für die Allgemeinheit sind aber hoch und die negativen Konsequenzen für die Tauben selber sind gross. Die Stadt Chur macht nun mittels einer Informationskampagne auf die Auswirkungen der Taubenfütterung aufmerksam und bittet die Bevölkerung darum das Füttern der Tauben zu unterlassen.

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