Stadt möchte Immobilien- und Hochbauaufgaben bündeln
Nach Schnittstellenproblemen legt die Stadt Chur dem Gemeinderat eine neue Botschaft vor. Hochbau und Verwaltung werden ab 2027 in einem Departement vereint.

Wie die Stadt Chur informiert, beantragt sie dem Gemeinderat die Neuorganisation ihrer Immobilien- und Hochbauaufgaben. Mit der Zusammenführung in einer gemeinsamen Dienststelle sollen Doppelspurigkeiten reduziert, Projekte effizienter umgesetzt und Abläufe vereinfacht werden.
Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat eine umfassende Reorganisation im Bereich Immobilien und Hochbau. Dies mit dem Ziel, die heute auf zwei Departemente verteilten Aufgaben künftig in einer gemeinsamen Dienststelle zusammenzuführen.
So sollen Doppelspurigkeiten reduziert, Prozesse vereinfacht und Projekte effizienter umgesetzt werden. Die entsprechende Botschaft wird dem Gemeinderat in der Sitzung am 25. Juni 2026 vorgelegt.
Klare Zuständigkeiten
Auslöser für die vertiefte Überprüfung waren unter anderem wiederkehrende Schnittstellenprobleme und Kompetenzkonflikte zwischen der Dienststelle Immobilien und Bewirtschaftung im Departement Finanzen Wirtschaft Sicherheit (FWS) und der Abteilung Hochbau der Dienststelle Hochbaudienste im Departement Bau Planung Umwelt (BPU).
Seit 2010 wurde im Gemeinderat und von der Geschäftsprüfungskommission (GPK) verschiedentlich festgestellt, dass im Bereich der Immobilien- und Hochbauaufgaben Optimierungsbedarf besteht.
Möglichkeiten geprüft
In den vergangenen Jahren prüfte der Stadtrat verschiedene Möglichkeiten, um Synergien besser zu nutzen und Schnittstellen zu bereinigen. Eine erste Reorganisationsvorlage wurde vom Gemeinderat im März 2024 zur Überarbeitung an den Stadtrat zurückgewiesen.
Kritisiert wurden damals unter anderem der fehlende Einbezug der betroffenen Mitarbeitenden sowie die vorgesehene weitere Konzentration von Aufgaben im Departement FWS.
Nach der Rückweisung durch den Gemeinderat wurde der Prozess neu aufgesetzt. Der Stadtrat legte dabei besonderen Wert auf den Einbezug der Mitarbeitenden. Gemeinsam mit einer externen Projektleitung wurden Interviews, Workshops und vertiefte Analysen durchgeführt.
Beteiligte sprechen sich für Bündelung aus
Insgesamt fanden 17 strukturierte Interviews mit Führungspersonen, Fachstellen und weiteren Anspruchsgruppen statt. Die Mitarbeitenden wurden eng in die Ausarbeitung möglicher Organisationsmodelle einbezogen.
Eine grosse Mehrheit der Beteiligten sprach sich dabei klar für eine Zusammenführung der Immobilien- und Hochbauaufgaben in einem Departement aus.
Im Rahmen des Projekts wurden ein Benchmarking von neun Deutschschweizer Städten gemacht und sechs verschiedene Organisationsvarianten geprüft. Als Bestvariante erwies sich die Zusammenführung aller Immobilien- und Hochbauaufgaben im Departement BPU.
Gestärktes Baufachorgan
Der Stadtrat folgt damit der Empfehlung der externen Projektleitung. Die neue Dienststelle «Immobilien und Hochbau» vereint künftig Eigentümervertretung, Bauherrenvertretung und Bewirtschaftung unter einer politischen Führung. Dadurch sollen Projekte «aus einer Hand» realisiert, Schnittstellen reduziert und Synergien besser genutzt werden.
Die gewählte Organisationsform ist zudem mit einer möglichen späteren Erweiterung des Stadtrats von heute drei auf fünf Mitglieder kompatibel.
Mit der neuen Organisation entsteht gleichzeitig ein gestärktes Baufachorgan der Stadt Chur. Zusammen mit den Tiefbaudiensten sowie dem Grün und Werkbetrieb werden sämtliche Themen – von der ersten planerischen Idee über die Projektierung bis hin zur Bewirtschaftung eines Gebäudes – künftig innerhalb eines Departements koordiniert.
Neue Strukturen ab 2027
Die heutige Dienststelle Hochbaudienste wird im Zuge der Reorganisation zur neuen Dienststelle «Stadtraum und Umwelt». Darin verbleiben die Bereiche Stadtentwicklung, Freiraumplanung und Bauinspektorat. Inhaltlich wird sich die Dienststelle künftig verstärkt auf Stadtplanung, Stadtentwicklung, Energie- und Umweltthemen konzentrieren.
Die Umsetzung der neuen Organisation ist schrittweise geplant. Ab 1. Januar 2027 sollen die neuen Zuständigkeiten organisatorisch umgesetzt sein. Bis Anfang 2028 sollen auch sämtliche Supportfunktionen und Abläufe vollständig angepasst werden.
Der Stadtrat misst dem Change-Management dabei grosse Bedeutung bei, um die Veränderungen für die Mitarbeitenden sorgfältig und sozialverträglich umzusetzen.
Synergien senken die Kosten
Auch finanziell verspricht sich die Stadt mittelfristig Vorteile: Durch die Bündelung der Aufgaben können künftig zwei Abteilungsleitungen eingespart werden. Das Einsparpotenzial liegt bei rund 300’000 Franken pro Jahr.










