«Geld hier ausgeben»: Deutsche gibt Landsleuten Tipps für Schweiz
«Ich erkläre dir die Schweiz»: Eine deutsche Influencerin zeigt ihren Landsleuten, wie der Hase hierzulande läuft – und begeistert damit die Schweizer.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine deutsche Influencerin verrät, wie sich Deutsche schneller in der Schweiz integrieren.
- Mit einer «liebevollen Anleitung» liefert sie in ihrem neuesten Beitrag gleich sieben Tipps, wie man sich in der Schweiz «heimisch» machen kann.
- Für ihren Beitrag erhält sie viel Zuspruch – besonders von Schweizer Usern.
«Geld hier ausgeben», «Direktheit runterfahren», «Nicht so laut sein».
Mit diesen und weiteren Tipps will die deutsche Influencerin Roxy (@aka_roxy.ch) ihrer Community helfen, sich in der Schweiz schneller einzuleben. Und dabei sogar «echte Freundschaften» zu schliessen.
Ihr Beitrag trifft einen Nerv: In nur zwei Tagen erhält sie fast eineinhalb Tausend Likes. In den Kommentaren wird die Kulturvermittlung der Deutschen gefeiert. Viele Schweizerinnen und Schweizer loben ihre Tipps.
Denn trotz der geografischen Nähe liegen zwischen Deutschland und der Schweiz manchmal Welten. Genau diese kulturellen Stolpersteine will Roxy aus dem Weg räumen.
Ihre Mission ist klar und steht bereits in ihrer Instagram-Beschreibung: «Ich erkläre dir die Schweiz».
Ihr jüngster Beitrag sorgt für viel Aufmerksamkeit. Darin gibt sie sieben Tipps, mit denen sich Deutsche in der Schweiz «schneller integrieren» und «echte Freundschaften» schliessen können.
Denn für Roxy ist klar: «Wenn man von Deutschland in die Schweiz zieht, ist es nicht nur eine geografische Veränderung, es ist eine kulturelle Reise!»
«Liebevolle Anleitung»
In ihrer «liebevollen Anleitung» verrät Roxy, wie Deutsche in der Schweiz besser ankommen.
Auf ihrer Liste stehen: Schweizerdeutsch verstehen, weniger deutsche Direktheit und eine leisere Stimme. Ausserdem rät sie, sich Zeit für Gespräche zu nehmen und pünktlich zu sein.
Zum Schluss appelliert sie daran, sich auf die Schweizer Kultur einzulassen – und erinnert ihre Follower daran: «Wandern ist nicht einfach eine Aktivität, es ist eine Lebensphilosophie.»
Bei ihren Schweizer Followern kommen die Tipps bestens an. Eine Userin schreibt: «Toller Beitrag!»
Eine andere kommentiert: «Super geschrieben. Du bist wirklich sehr gut integriert. Wenn das nur alle so machen würden.»
Sogar das Kompliment «Du bist eine echte Schweizerin» findet sich unter dem Beitrag.
Doch nicht alles erntet Zustimmung. Die Aufforderung: «Wir verdienen hier, also sollten wir auch unser Geld hier ausgeben» kriegt Gegenwind. «Komm doch mal nach Konstanz, dann kannst du sehen wo die Schweizer ihr Geld ausgeben», antwortet eine Deutsche. Und erhält fast 70 Likes dafür.
Seit sechs Jahren in der Schweiz
Gegenüber Nau.ch erklärt Roxy, dass sie inzwischen seit sechs Jahren in der Schweiz lebt: Wegen ihrer Arbeit sei sie damals im Aargau gelandet – heute fühle sie sich hier «einfach super wohl».
Ihre Beitrag-Ideen kommen nicht von irgendwo, erklärt sie: «Ich mache Schweiz-Content und suche immer nach neuen Ideen. Dabei überlege ich mir, welchen Content ich mir vor meiner Auswanderung gewünscht hätte.»

Ihre Tipps seien keine Theorie, sondern stammen direkt aus ihrem Alltag: «Alle meine Tipps und Geschichten auf meinem Kanal sind echte Geschichten aus meinem Leben in der Schweiz. Oder basieren auf meinen eigenen Erfahrungen.»
Die Resonanz sei überwiegend gut, erklärt die Influencerin. Natürlich würde es aber auch kritische Stimmen geben.
Follower schützen sie vor Hass-Kommentaren
Einige kommentieren etwa: «Geh zurück in dein Land» oder: «Hör auf, Werbung für die Schweiz zu machen, wir brauchen nicht noch mehr Ausländer hier.»
Doch Roxy kann auf ihre Community zählen: «Meine Community ist mittlerweile so stark, dass sie die Beantwortung der Hate-Kommentare meistens für mich übernimmt.»
Auch Roman Welzk vom Profil «auswandernschweiz» und Gründer einer grossen Instagram-Community für Schweiz-Auswanderer, unterstützt Roxys Ansatz. Mit einer wichtigen Ergänzung.
Gegenüber Nau.ch sagt er: «Ich finde, man sollte nichts nur zum Gefallen der Schweizer tun, wenn man selbst nicht dieser Meinung ist.»
Besonders warnt er vor einem falschen Verständnis der Schweizer Mentalität: «Ein angelernter Kantönligeist führt eher zu Missverständnissen als man denkt.»
Weitere Missverständnisse würden übrigens häufig im Berufsleben vorkommen. Etwa bei Arbeitsmoral oder Tempo.
«Schweizer sind unproduktiv»
Der Influencer erklärt: «Schweizer sind für die meisten Zuzügler sehr unproduktiv.» Denn in der Schweiz werde langsam gerne als gewissenhaft beschrieben.
Einen Fehler sieht Roman besonders kritisch: «Sich so zu geben als kennt man die Schweizer.» Als Beispiel: «Ihr seid doch auch so und so.»













