Basel: Leukämie-Forschung erhält 1,5 Millionen Euro
Am Universitätsspital Basel erforscht ein Team, wie sich Leukämiezellen dem Immunsystem entziehen. Der Europäische Forschungsrat fördert das Projekt.

Eine Stammzelltransplantation von einer Spenderin oder einem Spender ist der gängigste Weg, um akute myeloische Leukämie (AML) zu behandeln oder sogar zu heilen. Dabei bekämpfen die neuen Immunzellen der spendenden Person die Leukämiezellen. Das ist der sogenannte Transplantatgegen-Leukämie-Effekt.
Bioaktive Fettstoffe als Verbündete von Tumorzellen
Das Forschungsprojekt LIFE mit einem Team rund um Prof. Apostolova untersucht, wie sich Leukämiezellen nach einer Chemotherapie dem Immunsystem entziehen können. Erste Ergebnisse zeigen, dass bestimmte biologisch aktive Fettstoffe wie die Phosphatidsäure und die Oxylipine den Leukämiezellen dabei als eine Art Verteidiger dienen und sie vor dem Angriff der heilenden Immunzellen abschirmen. Ziel des Projekts ist es, diese Schutzmechanismen gezielt auszuschalten, damit der Transplantatgegen-Leukämie-Effekt wirkt und so die Überlebenschance der Personen mit einem Rückfall verbessert.
Die Erkenntnisse könnten langfristig über die Leukämieforschung hinaus zeigen, wie bioaktive Lipide das Zusammenspiel von Tumoren und Immunsystem beeinflussen.
Forschung, die direkt am Patientenbett ankommt
Prof. Petya Apostolova ist Leitende Ärztin in der Hämatologie und Forschungsgruppenleiterin an der Universität Basel. Als Forschende und Ärztin behandelnt sie ihre Patientinnen und Patienten mit hämatologischen Erkrankungen am Krankenbett und betreibt parallel experimentelle Forschung. Diese enge Verbindung von Klinik und Wissenschaft sorgt dafür, dass neue Erkenntnisse nicht in der Theorie stehen bleiben, sondern langfristig direkt den Patientinnen und Patienten zugutekommen.
Die internationale Bedeutung dieser Arbeit wird durch den Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) honoriert und mit 1.5 Mio Euro gefördert.
Gezielter Vorstoss in der Krebstherapie
Die heutigen Behandlungsmöglichkeiten reichen oft nicht aus, um einem Rückfall nach der Chemotherapie vorzubeugen oder ihn zu verhindern. Genau in dieser Lücke setzt dieses Beispiel der Forschungsarbeit an und zeigt, wie die Klinik und Forschung eng verzahnt einen direkten Mehrwert für die Patientinnen und Patienten leistet. Die Erkenntnisse könnten weit über die Leukämiebehandlung hinauswirken und auch der Behandlung anderer Krebserkrankungen zugutekommen.
Damit steht diese Forschungsarbeit exemplarisch für die Stossrichtung, mit der das USB die Onkologie in der Region weiterentwickelt, von international vernetzter Forschung bis zum neuen Comprehensive Cancer Center, das am Standort Claraspital entsteht.










