Weltbank: Jobrisiko durch KI in einkommensstarken Ländern höher
Arbeitnehmer in reicheren Ländern wie der Schweiz und den USA müssen laut einer Erhebung der Weltbank wegen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz deutlich stärker um ihren Arbeitsplatz bangen als jene in ärmeren Ländern. Das Risiko einer Automatisierung ihrer Arbeit sei mehr als drei Mal so hoch wie in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen, wie aus einem Bericht des Instituts hervorgeht. 14,2 Prozent der Arbeitsplätze in reicheren Ländern seien durch KI-Einsatz gefährdet. In Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen seien dagegen nur 4,5 Prozent der Jobs bedroht.

Zugleich betonte die Weltbank mit Sitz in Washington, dass die Produktivität bei 16,2 Prozent der Jobs in Entwicklungsländern durch KI-Nutzung gesteigert werden könne. Damit liege der Wert nahe an jenem, der für Länder mit hohem Einkommen prognostiziert wird (18,7 Prozent). «Sie benötigen keine grossen Modelle oder Big-Data-Zentren, um von KI zu profitieren», erläuterte Weltbank-Chefvolkswirt Indermit Gill mit Blick auf die einkommensschwächeren Länder. Bereits kleine und kostengünstige KI-Werkzeuge könnten Millionen von Menschen eine bessere medizinische Versorgung, Bildung und Landwirtschaft ermöglichen.
Die Autoren des Berichts betonten allerdings, dass dafür ausreichende Bedingungen geschaffen werden müssten. So müssten die Regierungen in den einkommensschwächeren Ländern dafür sorgen, dass Internetzugänge möglich sind und die Energieversorgung gesichert ist. Ohne gezielte Massnahmen könnte KI die Kluft zwischen den Ländern vergrössern, die Ungleichheit innerhalb von Ländern verschärfen und die Marktmacht konzentrieren, hiess es.
Die Weltbank zählt zu den Ländern mit hohem Einkommen unter anderem Schweiz und viele andere europäische Länder, die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate, Japan und Südkorea. Als Länder mit mittlerem Einkommen kategorisiert sie etwa Brasilien, China, Mexiko, Ägypten, Indien, Thailand und Vietnam. Ein geringes Einkommen erzielten demnach Arbeitnehmer etwa in Afghanistan, Äthiopien, Syrien und Uganda.














