UBS lehnt Regulierungsvorschlag des Bundesrates rigoros ab
Die Grossbank UBS kritisiert die geplanten Kapitalvorschriften des Bundesrates als unverhältnismässig und wettbewerbsgefährdend.

Die UBS hat die vom Bundesrat vorgeschlagene Verschärfung der Kapitalvorschriften formal zurückgewiesen, berichtet «Cash». Der Vorschlag würde das erfolgreiche Geschäftsmodell der Grossbank fundamental gefährden und zu massiven Mehrkosten führen.
Der Bundesrat will erreichen, dass die Bank ihre ausländischen Tochtergesellschaften künftig vollständig mit Eigenmitteln unterlegt. Dies soll verhindern, dass bei einer Krise die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden müssen.
Die vollständige Kapitalunterlegung der Auslandstöchter würde laut UBS-Stellungnahme zu zusätzlichen Anforderungen von rund 23 Milliarden Dollar (18,33 Milliarden Franken) führen. Die jährlichen Nettokosten für dieses Zusatzkapital beziffert die Bank auf etwa 1,7 Milliarden Dollar.
Internationale Wettbewerbsnachteile befürchtet
Die Grossbank bezeichnet die Massnahme in ihrer Vernehmlassungsantwort als unverhältnismässig, wie «Cash» berichtet. Der Vorschlag gehe weit über frühere Regulierungspläne aus dem Jahr 2024 hinaus.
Die UBS würde durch die neuen Vorschriften im internationalen Vergleich deutlich benachteiligt, kritisiert das Institut. Die Eigenkapitalanforderungen lägen mindestens 50 Prozent über jenen der Mitbewerber in Europa und den USA.
Diese überhöhten Anforderungen würden nicht nur die Bank schwächen, sondern den gesamten Schweizer Finanzplatz belasten. Auch die heimische Wirtschaft wäre von den Folgen betroffen, warnt die UBS.
Economiesuisse warnt vor Schweizer Sonderweg
Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse unterstützt die Kritik der UBS und spricht von einem unverhältnismässigen Sonderweg, meldet «Finanzen.ch». Der Vorschlag sei international nicht abgestimmt und würde die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes schwächen.
Für einen stark international ausgerichteten Finanzplatz wäre ein Alleingang dieser Tragweite gefährlich, heisst es in der Stellungnahme.
Economiesuisse fordert eine zielgerichtete und international abgestimmte Regulierung statt überschiessender nationaler Massnahmen. Neben der Höhe der Kapitalanforderungen gibt es auch Differenzen zwischen Bundesrat und UBS über die Qualität des einzusetzenden Kapitals.
Bundesrat plant hartes Kernkapital – UBS pocht auf flexiblere AT1-Anleihen
Die Regierung strebt an, künftig ausschliesslich hartes Kernkapital zuzulassen, um die Stabilität des Finanzsystems zu erhöhen. Die UBS hingegen möchte laut «Finanzen.ch» weiterhin günstigere AT1-Anleihen einsetzen können, da diese Flexibilität bei der Kapitalausstattung bieten.

Der Bundesrat wird laut dem «SRF» die eingegangenen Stellungnahmen von Banken, Verbänden und Institutionen auswerten, bevor er einen Gesetzesentwurf erstellt. Geplant ist, den Entwurf bis Mitte 2026 vorzulegen und damit die Weichen für die künftige Regulierung des Finanzplatzes zu stellen.
Sollte der Gesetzgebungsprozess planmässig verlaufen, könnte das neue Gesetz laut «Reuters» frühestens im Jahr 2028 in Kraft treten.












