Sunrise sieht möglichen Handyengpass und erhöht selektiv Preise
Sunrise hat im vergangenen Jahr ein stabiles Ergebnis erzielt. Das soll auch im laufenden Jahr so bleiben. Der Telekomkonzern will selektiv Preise erhöhen und hält einen Engpass bei den Handys für möglich.

Grund für eine allfällige Knappheit bei den Endgeräten seien die riesigen Investitionen in die künstliche Intelligenz (KI), sagte Sunrise-Chef André Krause am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Alle grossen Smartphone-Hersteller hätten entsprechende Warnungen herausgegeben.
Denn wegen des rasanten Ausbaus der KI sei die Nachfrage nach Chips so gross, dass sie nicht mehr vollständig erfüllt werden könne. In welchem Umfang die Verfügbarkeit von mobilen Endgeräten im Laufe des Jahres beeinträchtigt sein wird, sei schwer abzuschätzen, sagte Krause.
Unter anderem wegen des Risikos bei den Umsätzen mit mobilen Endgeräten sei Sunrise mit der Prognose für das neue Geschäftsjahr vorsichtig, sagte der Konzernchef. Der zweitgrösste Telekomanbieter rechnet für 2026 mit einem weitgehend stabilen Umsatz und Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingzahlungen (EBITDAaL).
Um dies zu erreichen, fasst Sunrise eine Erhöhung von gewissen Preisen ins Auge. So könnte es beispielsweise zu Aufschlägen bei der Sprachtelefonie, bei internationalen Preisen oder anderen Nebenprodukten kommen. Eine erneute generelle Preiserhöhung wie im Frühling 2025 sei allerdings nicht geplant, sagte Krause in einer Analystenkonferenz.
Nach der wiederaufgeflammten Preisschlacht am vergangenen Black Friday scheine sich der Markt seit Jahresbeginn wieder etwas rationaler zu verhalten. Ob das im ganzen Jahr 2026 der Fall sein werde, wisse er nicht. Positiv sei die erste Preiserhöhung der Swisscom auf breiter Front. Der «Blaue Riese» will ab April die Tarife für Millionen von Privatkunden nach oben schrauben.
Im vergangenen Jahr hat der Druck im Festnetz- und Internetgeschäft angehalten, was auf die Einnahmen drückte. Der Konzernumsatz fiel um 1,1 Prozent auf 2,98 Milliarden Franken und damit unter die Marke von 3 Milliarden. Schuld ist der Knick im Festnetz bei den Privatkunden.
Dies sei einerseits die Folge von gesunkenen Preisen, sagte Krause. Andererseits gebe es noch negative Auswirkungen aus der Umstellung der alten UPC-Abos auf neue Sunrise-Abos, da nicht alle UPC-Kunden mitgemacht haben. «Dieser Effekt hält noch ein Stück weit an», sagte Krause. «Das ist der Hauptgrund, warum der Umsatzausblick im neuen Jahr stabil ist und wir noch kein Wachstum erzielen können, auch wenn wir viele Teilbereiche haben, die schon Wachstum haben.»
So blieb das Mobilfunkgeschäft mit Privatkunden im vergangenen Jahr praktisch stabil. Deutlich gewachsen ist Sunrise dagegen im Firmenkunden- und Grosshandelsgeschäft.
Der bereinigte Betriebsgewinn (EBITDAaL) stieg auf vergleichbarer Basis um 0,9 Prozent auf 1,01 Milliarden Franken. Unter dem Strich konnte Sunrise den Nettoverlust auf 108,5 Millionen Franken reduzieren nach einem satten Minus von 361,9 Millionen im Vorjahr.
Der bereinigte Free Cash Flow (FCF) legte dagegen um 4,7 Prozent auf 379,7 Millionen Franken zu. «Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis, das die eigenen Ziele voll erreicht hat», sagte Krause.
Die Anleger spendeten ebenfalls Applaus und reagierten mit einer Kaufwelle. Die Sunrise-Aktie schoss bis gegen 14.25 Uhr um 7,0 Prozent auf 49,36 Franken nach oben. Zeitweise war das Papier gar über 50 Franken wert.
Die Investoren profitieren von einer höheren Dividende von 3,42 Franken pro Klasse-A-Aktie. Im Vorjahr hatte der Konzern noch 3,33 Franken je A-Aktie bezahlt. Wenn im laufenden Jahr die Ziele erfüllt werden, will Sunrise die Dividende weiter auf 3,49 Franken steigern.










