Sunrise-Chef: Engpass bei Handys wegen KI-Investitionen möglich
Die riesigen Investitionen in die künstliche Intelligenz (KI) könnten zu einem Engpass bei neuen Handys führen. Alle grossen Hersteller hätten entsprechende Warnungen herausgegeben, sagte Sunrise-Chef André Krause am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Denn wegen des rasanten Ausbaus der KI sei die Nachfrage nach Chips so gross, dass sie nicht mehr vollständig erfüllt werden könne. «Da ist zu erwarten, dass das Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von mobilen Endgeräten im Laufe des Jahres haben kann», sagte Krause. «In welchem Umfang das der Fall sein wird, ist schwer abzuschätzen.»
Unter anderem wegen des Risikos bei den Umsätzen mit mobilen Endgeräten sei Sunrise mit der Prognose für das neue Geschäftsjahr vorsichtig, sagte der Konzernchef. Der zweitgrösste Telekomanbieter rechnet für 2026 mit einem weitgehend stabilen Umsatz und Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingzahlungen (EBITDAaL).
Im vergangenen Jahr hat der Druck im Festnetz- und Internetgeschäft angehalten, was auf den Konzernumsatz drückte. Bei den Privatkunden sank der Umsatz im Festnetz um 7 Prozent. Er fiel mit 974 Millionen Franken unter die Marke von 1 Milliarde Franken. Dies sei einerseits die Folge von gesunkenen Preisen, sagte Krause.
Andererseits gebe es noch negative Auswirkungen aus der Umstellung der alten UPC-Abos auf neue Sunrise-Abos. Da haben nicht alle UPC-Kunden mitgemacht. «Dieser Effekt hält noch ein Stück weit an», sagte Krause. «Das ist der Hauptgrund, warum der Umsatzausblick im neuen Jahr stabil ist und wir noch kein Wachstum erzielen können, auch wenn wir viele Teilbereiche haben, die schon Wachstum haben.»
So blieb das Mobilfunkgeschäft mit Privatkunden im vergangenen Jahr praktisch stabil mit einem Umsatz von 1,03 Milliarden Franken. Deutlich gewachsen ist Sunrise dagegen im Firmenkunden- und Grosshandelsgeschäft – im Fachjargon «Wholesale» genannt -, wo der Umsatz um 2 Prozent auf 859 Millionen Franken zulegte.
An der Kundenfront hat Sunrise im Vergleich zum Vorjahr netto rund 3000 Abonnenten im Breitbandgeschäft verloren. Dagegen konnte das Unternehmen im Mobilfunk per Saldo 82'000 Neukunden anlocken.
Dazu beigetragen habe der Start der Discountmarke CHmobile im November. Der Kundenzustrom sei gut gewesen, sagte Krause, was sich auch noch in den ersten beiden Quartalen von 2026 auswirken werde. Die Neukunden kämen vor allem von den Zweit- und Drittmarken der Konkurrenz und weniger von den Premiummarken. «Daher ist die Kannibalisierung der eigenen Hauptmarke Sunrise überschaubar», sagte Krause.
Die Kundenzahlen von CHmobile wollte der Konzernchef nicht beziffern. Die Billigmarke habe aber deutlich weniger als die Hälfte der Neukunden im Schlussquartal ausgemacht.










