Sunrise führt Test zur Beschleunigung des Kabelnetzes durch
Knapp zwei Jahre nach der Erhöhung des Surftempos im Kabelnetz denkt Sunrise über eine weitere Beschleunigung nach. Der zweitgrösste Telekomkonzern der Schweiz will einen Pilotversuch mit der nächsten Technologie Docsis 4.0 durchführen.

Damit wolle man auch herausfinden, ob sich eine Aufrüstung des Kabelnetzes lohne, erklärte Konzernchef André Krause am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Mit der neuen Technologie könnte die Surfgeschwindigkeit von derzeit 2,5 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) auf bis zu 10 Gbit/s gesteigert werden. Damit wäre das altehrwürdige Kabelnetz so schnell wie die heutigen Glasfaserangebote für Privatkunden.
Allerdings wäre die Aufrüstung nicht ganz billig. Man müsste in einem grösseren Stil Netzwerkelemente austauschen. Wie viele das wären, hänge von der Breite des Netzausbaus ab, sagte Krause. «Wir wollen das austesten.»
Je nach Preisentwicklung könnte es sogar sein, dass eine Aufrüstung auf Docsis 4.0 teurer wäre, als das Mieten der Glasfasernetze von der Swisscom und anderen Anbietern, die die schnellen Datenleitungen gebaut haben. Dass Sunrise das Kabelnetz flächendeckend auf Docsis 4.0 aufrüste, sei unwahrscheinlich, sagte Krause.
Zudem bestehe kein Grund zur Eile: Denn die jetzige Spitzengeschwindigkeit von 2,5 Gbit/s sei gross genug. 10 Gbit/s könnten die allermeisten Privatkunden nicht nutzen, weil sie nicht die entsprechenden Endgeräte hätten.
Darüber hinaus hat Sunrise das Kabelnetz auch für andere Anbieter geöffnet, nachdem sich das Vorgängerunternehmen UPC jahrelang dagegen gesperrt hatte. Seit letztem Sommer ist die Migros-Tochter Digitec Galaxus ein virtueller Festnetzanbieter auf dem Kabelnetz. Es gebe Gespräche mit weiteren Anbietern, sagte Krause in einer Analystenkonferenz.










