Der Markenwechsel im vergangenen Mai hat Sunrise gebremst. Im Zuge der Abschaffung der Marke UPC hat der Telekomkonzern im zweiten Quartal gut 15'000 TV-, Internet- und Festnetztelefoniekunden verloren. Umsatz und Betriebsgewinn stagnierten von April bis Ende Juni.
Andre Krause ist der CEO von Sunrise Communications (Archivbild).
Andre Krause ist der CEO von Sunrise Communications (Archivbild). - sda - KEYSTONE/GORAN BASIC

Das zweite Quartal sei eines der intensivsten in der Integration von Sunrise und UPC gewesen, sagte Firmenchef André Krause am Freitag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Man habe die neue Einheitsmarke Sunrise eingeführt und ein neues Produkteportfolio lanciert. Das Unternehmen Sunrise UPC wurde in Sunrise umbenannt. Das habe gesamthaft mit 43,6 Millionen Franken zu Buche geschlagen.

Nach dem deutlichen Plus zum Jahresstart stagnierte der Umsatz von April bis Juni bei 739,1 Millionen Franken. Das ist ein leichtes Minus von 0,3 Prozent. Der segmentbereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg derweil um 0,5 Prozent auf 266,8 Millionen Franken, wie die Nummer zwei der Schweizer Telekomanbieter bekannt gab. Ohne die Integrationskosten hätte der EBITDA um deutliche 4,1 Prozent zugelegt, sagte Finanzchef Jany Fruytier.

Vor dem Markenwechsel habe man die Werbung für die Marke UPC zurückgefahren. Deshalb habe man weniger Neukunden gewonnen, was netto zu einem Verlust an Breitbandkunden geführt habe, erklärte Krause. Bei den Festnetz-Privatkunden (inkl. Internet, TV und Telefon) sank in der Folge der Umsatz um 4,6 Prozent auf 304,2 Millionen Franken.

Der Knick bei den Kunden sei aber nur ein temporärer Effekt. «Das werden wir wieder aufholen», sagte Krause. Deshalb habe er keine schlaflosen Nächte.

Dagegen konnte Sunrise im Mobilfunk weiter zulegen. Die Zahl der Abo-Kunden kletterte um gut 47'000. Auch die Prepaidkunden legten zu. Der Mobilfunkumsatz mit Privatkunden wuchs um 3,6 Prozent auf 295,5 Millionen Franken. Auch bei den Firmenkunden gelang ein Umsatzplus von 1,8 Prozent auf 136,4 Millionen Franken.

Das neue Produkteportfolio sei sehr gut angekommen. Die Nachfrage nach den Bündelabos sei sehr gut. «Ich bin sehr zufrieden mit den Zahlen angesichts des Markenwechsels», sagte Krause.

Neben der Erneuerung der Produkte und der Marke habe man im zweiten Quartal die Partnerschaft mit dem Glasfasernetzanbieter Swiss Fibre Net ausgebaut. Dabei habe sich Sunrise langfristige Nutzungsrechte für den Zugang zu den Glasfasernetzen aller Netzpartner von Swiss Fibre Net in allen Landesteilen der Schweiz gesichert.

Damit kann der zweitgrösste Telekomkonzern seine Abdeckung ausserhalb des eigenen Kabelnetzes verbreitern und ist nicht nur auf das Glasfasernetz der Swisscom angewiesen.

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