Danielas und Sandras sind am häufigsten «gemacht»
Egal ob glattere Stirn, voluminösere Wangen oder weniger Fett: Schönheits-Eingriffe werden beliebter. Ein Anbieter hat die Namen seiner Patienten ausgewertet.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Anbieter für Schönheitseingriffe hat die Vornamen seiner Patienten analysiert.
- Bei den Frauen kommen Danielas und Sandras am häufigsten für Botox und Co.
- Bei den Männern sind Daniels und Erics die Spitzenreiter für Schönheitseingriffe.
Ein wenig Botox in der Stirn, ein bisschen Filler im Kinn – Schönheits-Eingriffe boomen in der Schweiz. Offenbar besonders unter Daniels und Danielas. Kein Witz.
Ein Unternehmen, das solche Eingriffe schweizweit anbietet, hat ausgewertet, welche Vornamen seine Kundschaft am häufigsten trägt. Oder kurz: Welche Vornamen sich am meisten «machen lassen».
Ausgewertet hat Schönheitseingriff-Anbieter Beauty2Go «anonymisierte Daten von Patientinnen und Patienten», wie er schreibt. Die Daten stammen aus dem Januar 2025 und seien als «kleine, augenzwinkernde Momentaufnahme» zu verstehen.
Platz 1: Daniela und Daniel
Die Auswertung zeigt: Am häufigsten für Filler, Botox und Co. vorbeigekommen sind Danielas und Daniels.
Doch warum sind ausgerechnet Schweizerinnen und Schweizer mit diesen beiden Vornamen offenbar so beauty-affin?

Bei Daniel ist der Fall klar: Es ist der häufigste Vorname in der männlichen Schweizer Gesamtbevölkerung überhaupt. Da macht es auch Sinn, dass die meisten Patienten Daniel heissen.
Daniela heissen zwar auch relativ viele Frauen in der Schweiz. Der Vorname liegt aber nur auf Platz 13 der häufigsten Frauennamen in der Gesamtbevölkerung.
Der Anbieter für Schönheitseingriffe erklärt sich das Daniela-Phänomen darum so: «Der Name war besonders in den 1970er- bis 1990er-Jahren beliebt – so dass viele Danielas heute im mittleren Lebensalter stehen.»
In dieser Lebensphase gehe es oft um «feine, natürliche Auffrischung». Die ersten – oder zweiten Falten – sollen also weg.
Platz 2: Sandra und Eric
Die zweitmeisten Beauty-Patientinnen heissen laut der Auswertung Sandra. Auch das ist wenig überraschend – in der Schweiz ist Sandra der dritthäufigste weibliche Vorname. Nur Maria und Anna heissen noch mehr Frauen.
«Der Name erlebte seine Hochphase in den 1960er- bis 1980er-Jahren», schreibt der Beauty-Anbieter. Darum geht er davon aus, dass viele seiner Patientinnen, die Sandra heissen, im mittleren Lebensalter seien.
Der Vorname, den die zweitmeisten männlichen Patienten haben, ist Eric. Eric ist in der Schweiz deutlich weniger geläufig als Daniela, Daniel und Sandra. Er schafft es nicht einmal in die Top 20 der Schweizer Vornamen-Hitparade.
Laut dem Bundesamt für Statistik leben in der Schweiz aber doch insgesamt rund 9500 Erics (Stand 2024). Eine ordentliche Zahl – wenn auch deutlich weniger ordentlich als die Zahl der Daniels (rund 63'000).
Warum ausgerechnet Erics am zweithäufigsten für Schönheits-Eingriffe vorbeikamen, ist unklar. Beauty2Go gibt zu bedenken, dass der Name aus dem Altnordischen stammt und «der Mächtige» bedeutet.
«Ob Erics ästhetische Behandlungen vor allem zur Stärkung des Selbstbewusstseins, der Vitalität und der Maskulinität – passend zum kraftvollen Namen – ausführen?»
Platz 3: Alessandra und Jan
Auf Platz drei landet bei den Frauen ein Überraschungskandidat: Alessandras gehen am dritthäufigsten für Schönheits-Eingriffe in die Klinik.
In der Schweiz leben nur insgesamt rund 3600 Alessandras. Das sind rund 30'000 weniger, als es Sandras gibt. Auch hier liesse sich nur spekulieren, warum der Name so häufig in den Patientinnenakten vertreten ist.

Bei den Männern heissen die drittmeisten Patienten Jan. Jan heissen vergleichsweise deutlich mehr Männer, als Frauen Alessandra heissen: In der Schweiz leben rund 14'200 männliche Jans und sogar 19 weibliche.
Da der Name so «schlicht» sei, spekuliert die Beauty-Klinik: «Viele Jans könnten eher auf natürliche, unauffällige Treatments setzen, die das eigene Erscheinungsbild subtil unterstützen.»
Immer mehr Schweizer legen sich für die Schönheit unters Messer
Klar ist – egal ob Daniel, Sandra oder Jan: Schönheits-Eingriffe werden in der Schweiz immer beliebter.
Hierzulande wurden 2019 laut Schätzungen des Verbands Swiss Plastic Surgery 90'000 Eingriffe durchgeführt. Zehn Jahre zuvor waren es noch rund die Hälfte.
Laut der Schönheitsklinik Beautyclinic mit Filialen in Zürich und der Ostschweiz war der beliebteste Eingriff 2020 bei Frauen Faltenunterspritzung. Auf Platz zwei und drei folgten Brustvergrösserungen und Fettabsaugungen.
Bei den Männern war der beliebteste Eingriff die Brustverkleinerung, darauf folgten Lidkorrekturen und Fettabsaugungen.
Ausland-OPs belasten Gesundheitssystem
Für Aufsehen sorgen die steigenden Zahlen aktuell auch, weil Schönheits-Operationen das Schweizer Gesundheitssystem belasten.
Kommt es nach solchen Eingriffen zu Komplikationen, die eine Behandlung erfordern, muss die Krankenkasse zahlen. Ein deutlich höheres Komplikationsrisiko haben Schönheitseingriffe, die im Ausland durchgeführt wurden.
Am Unispital Zürich verursachten Komplikationen nach Schönheitseingriffen innert vier Jahren Kosten in der Höhe von 720'000 Franken. Das zeigte eine Studie aus dem Jahr 2023.
Schweizweite Zahlen fehlen bislang.
Politiker fordern nun eine Sensibilisierungskampagne, damit die Bevölkerung besser über die Risiken informiert ist.

















