Schweizer Armee

    Berner Polizei und Armee üben Schutz von Energiezentrale Forsthaus

    Keystone-SDA Regional
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    Bern,

    Die Kantonspolizei Bern hat am Montag gemeinsam mit der Schweizer Armee die Bewachung der Energiezentrale Forsthaus in der Stadt Bern simuliert. Sie führten unter laufendem Betrieb Zutrittskontrollen durch und übten die Bergung eines gefährlichen Gegenstands.

    Angehörige der Schweizer Armee bei der Dekontamination nach der Bergung eines Stücks Cäsium.
    Angehörige der Schweizer Armee bei der Dekontamination nach der Bergung eines Stücks Cäsium. - Keystone/PETER KLAUNZER

    Die Energiezentrale an der Autobahn A1 am Rande von Bern war am Montag abgeriegelt. Wer zu ihr durchdringen wollte, musste zuerst einen Verkehrsposten der Polizei passieren und anschliessend einen Checkpoint der Armee. Diese überprüfte die Identität der Personen im Fahrzeug und unterzog es anschliessend einer visuellen Kontrolle.

    Kommunikation, Energie, Wasser, Gesundheit – sie alle gehören zur kritischen Infrastruktur. «Wir nehmen sie kaum wahr, solange sie funktionieren», sagte Raynald Droz, Kommandant der Territorialdivision 1 der Schweizer Armee, vor den Medien. «Erst, wenn es Probleme gibt, merken wir, wie wichtig sie sind.» Zur kritischen Infrastruktur gehört auch die von Energie Wasser Bern betriebene Energiezentrale. Sie versorgt die Stadt Bern mit Strom und Fernwärme.

    Rekruten der ABC-Abwehrtruppen der Armee – sie haben den Auftrag, die Schweizer Bevölkerung vor atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungen zu schützen – übten im Anschluss die Bergung eines radioaktiven Gegenstands. Dabei handelte es sich um eine sogenannte «scharfe Quelle»: ein echtes Stück Cäsium.

    Mehrstufiger Dekontaminationsprozess

    Es sei wichtig, dass eine solche Übung an echten Objekten stattfinde und im Falle der Energiezentrale sogar bei laufendem Betrieb, sagte der Berner Sicherheitsdirektor Philippe Müller (FDP) gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Fehler müssten jetzt gemacht werden, nicht später im Ernstfall. Dazu sei eine solche Übung da.

    Nachdem die Rekruten das Cäsium geborgen hatten, isolierten sie es. Anschliessend mussten sie ihre Ausrüstung und sich selber einem mehrstufigen Dekontaminationsprozess unterziehen. Während sie mit einem Ganzkörperschutzanzug in die Übung gestartet waren, standen sie am Schluss und vor der letzten Dusche noch in Unterwäsche da.

    Die Armee unterstützt die Polizei im Krisenfall subsidiär, sprich dort, wo die Kapazitäten oder Fähigkeiten der Polizei nicht ausreichen. Im Grossen und Ganzen habe die Übung gut funktioniert, sagte Christian Brenzikofer, der Kommandant der Kantonspolizei Bern. Als eine der Herausforderungen nannte er die Schnittstelle zwischen Polizei und Armee, etwa die Kommunikation. Diese erfordere genaue Absprachen im Vorfeld.

    Das Training rund um die Energiezentrale fand im Rahmen der Verbundsübung «Fides 26» statt. Diese dauert noch bis am Dienstag an. Die Kantonspolizei Bern und die Armee trainieren in verschiedenen Regionen des Kantons ihr Zusammenspiel im Fall einer Terrorbedrohung oder einer Kriegsgefahr.

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