PISA zeigt Deutschlands Bildungsproblem
PISA zeigt Deutschlands schlechteste Ergebnisse seit Beginn der Studie. Politik und Experten fordern gezielte Reformen und eine frühere Förderung.

Deutschlands 15-Jährige schneiden bei PISA in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften so schlecht ab wie nie zuvor. In allen drei Bereichen wurden die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Erhebung gemessen.
In Mathematik erreichten die Jugendlichen 2025 nur noch 464 Punkte. 2015 lag der Wert laut der «Tagesschau» noch bei mehr als 500 Punkten.
Auch beim Lesen zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Leistungen. Jeder dritte 15-Jährige erreicht beim Lesen und in Mathematik nicht das grundlegende Kompetenzniveau.
Prien sieht Aufstiegsversprechen gefährdet
Bundesbildungsministerin Karin Prien bezeichnete die Ergebnisse der «ZDFheute» zufolge als besorgniserregend. Der negative Trend sei bereits aus anderen Bildungsstudien bekannt und komme deshalb nicht völlig überraschend.
Besonders problematisch sei die wachsende soziale Ungleichheit. Prien erklärte, Deutschland werde weder leistungsschwachen noch leistungsstarken Schülerinnen und Schülern ausreichend gerecht.
Auch PISA-Leiter Samuel Greiff sieht erheblichen Handlungsbedarf. Etwa jeder fünfte Jugendliche erreicht in Deutschland in keinem der drei Bereiche ausreichende Grundkompetenzen.
PISA: Soziale Herkunft bleibt entscheidend
Bildungsökonom Ludger Wössmann verweist auf die starke Bedeutung der familiären Voraussetzungen. In kaum einem anderen OECD- oder EU-Land beeinflusst die soziale Herkunft den Bildungserfolg ähnlich stark wie in Deutschland.
Ungleichheiten entstünden häufig bereits vor dem Schuleintritt. Wössmann nennt dabei laut der «ZDFheute» die frühe Schulteilung und die späte gezielte Förderung von Kindern.
Auch Greiff warnt der «Tagesschau» zufolge vor einer verkürzten Debatte über Migration. Entscheidend sei vielmehr die soziale Lebenslage der Kinder und Jugendlichen.
Experten fordern grundlegende Reformen
Bildungsexpertin Silke Müller fordert laut dem «SWR» eine grundlegende Neuordnung des Bildungssystems. Sie verlangt unter anderem einen Staatsvertrag für Bildung, verpflichtende Fortbildungen und deutlich mehr finanzielle Mittel.
Auch soziale Medien stehen im Mittelpunkt der Debatte. Die OECD sieht einen möglichen Zusammenhang zwischen verändertem Leseverhalten und der Nutzung sozialer Netzwerke, wie die «Tagesschau» berichtet.

Einen statistischen Beweis für diesen Zusammenhang gibt es allerdings bislang nicht. OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher warnt zugleich vor sinkenden Fähigkeiten beim kritischen Lesen und Einordnen von Informationen.
Nach 25 Jahren PISA: Politik setzt auf gezielte Förderung
Die Politik verweist unterdessen auf bestehende Förderprogramme. Laut der «Tagesschau» soll das Startchancen-Programm rund 4000 Schulen gezielt unterstützen.
Nach 25 Jahren PISA stellt sich erneut die Frage nach der Umsetzung erfolgreicher Bildungsansätze. Das Programm unterstützt Schulen mit schwierigen sozialen Voraussetzungen über einen Zeitraum von zehn Jahren.
Auch die Bildungsministerkonferenz verweist der «ZDFheute» zufolge auf bereits eingeleitete Massnahmen. Dazu gehören stärkere Basiskompetenzen, eine frühere Förderung und eine datengestützte Weiterentwicklung des Unterrichts.












