Die Impfbereitschaft in der Schweiz nimmt ab. Hiesige Wirtschaftsverbände wollen deshalb Abhilfe leisten – und zwar mit der richtigen Kommunikation.
Impfung Coronavirus
In der Schweiz ist bislang die Hälfe der Bevölkerung vollständig geimpft. Das Tempo nimmt von Woche zu Woche ab. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Impftempo in der Schweiz verliert seit Wochen an Fahrt.
  • Schweizer Wirtschaftsverbände wollen das mit einer Arbeitsgruppe ändern.
  • Gemeinsam treten sie für Firmenimpfungen und bessere Kommunikation ein.

Die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ist vollständig geimpft. Weitere sechs Prozent haben die erste Dosis erhalten. Das sind die aktuellen Impf-Zahlen – und sie sind in den Augen der Behörden zu tief.

Die Schweizer Wirtschaftsverbände Economiesuisse, der Arbeitgeberverband und der Gewerbeverband schlagen deshalb Alarm. Mit einer gemeinsamen Arbeitsgruppe wollen sie das Impftempo wieder zum Laufen bringen.

Fabio Regazzi
Fabio Regazzi, Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbands. - Keystone

«Die Idee ist, dass die drei Verbandsdirektoren Vorschläge erarbeiten, wie die Wirtschaft dabei helfen kann, die Impfkampagne zu beschleunigen», sagt Fabio Regazzi, Präsident des Gewerbeverbands, gegenüber dem «Tagesanzeiger».

Firmenimpfung statt Lockdown

Und dafür haben die Wirtschaftsverbände auch schon einige Ideen. «Ich persönlich», sagt Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt, «bin der Meinung, dass in der aktuellen Situation das Impfen ausnahmsweise auch während der Arbeitszeit ermöglicht werden sollte.» Gemessen an den potenziellen Schäden, die die Pandemie verursacht, seien das verkraftbare Kosten.

Oder, so Vogt, eine weitere Option wären auch Impfungen gleich am Arbeitsplatz. «Es ist deutlich günstiger, Firmenimpfungen zu organisieren, als einen weiteren Lockdown zu riskieren.»

Mobiles Impfzentrum Zürich
Mit mobilen Impfangeboten für Gemeinden und Bildungsinstitutionen strebt die Gesundheitsdirektion des Kanton Zürich eine weitere Steigerung der Impfquote an. Nun wollen auch die Schweizer Wirtschaftsverbände solche Impf-Mobile für ihre Firmen. - Keystone

Impf-Infos erreichen Migranten kaum

Gewerbeverbandspräsident Regazzi hingegen plädiert auf einen besseren Informationsaustausch. «Meine Meinung ist, dass die Unternehmen primär bei der Kommunikation helfen können und weniger dabei, operativ Impfungen zu verabreichen.»

Valentin Vogt
Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands. - Keystone

Denn: Vielerorts besteht eine Sprachbarriere. «Ein Problem ist, dass es in vielen Betrieben Mitarbeitende gibt, die Mehrheit davon mit Migrationshintergrund, die sich noch nicht impfen lassen», erklärt auch Arbeitgeberpräsident Vogt. Und das liege oft daran, dass die Impf-Infos sie noch nicht erreicht haben. «Hier könnten massgeschneiderte Betriebsinformationen helfen.»