So will die Wirtschaft das Impftempo beschleunigen

    Laura Del Favero
    Laura Del Favero

    Bern,

    Die Impfbereitschaft in der Schweiz nimmt ab. Hiesige Wirtschaftsverbände wollen deshalb Abhilfe leisten – und zwar mit der richtigen Kommunikation.

    Impfung Coronavirus
    In der Schweiz ist bislang die Hälfe der Bevölkerung vollständig geimpft. Das Tempo nimmt von Woche zu Woche ab. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Impftempo in der Schweiz verliert seit Wochen an Fahrt.
    • Schweizer Wirtschaftsverbände wollen das mit einer Arbeitsgruppe ändern.
    • Gemeinsam treten sie für Firmenimpfungen und bessere Kommunikation ein.

    Die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ist vollständig geimpft. Weitere sechs Prozent haben die erste Dosis erhalten. Das sind die aktuellen Impf-Zahlen – und sie sind in den Augen der Behörden zu tief.

    Die Schweizer Wirtschaftsverbände Economiesuisse, der Arbeitgeberverband und der Gewerbeverband schlagen deshalb Alarm. Mit einer gemeinsamen Arbeitsgruppe wollen sie das Impftempo wieder zum Laufen bringen.

    Fabio Regazzi
    Fabio Regazzi, Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbands. - Keystone

    «Die Idee ist, dass die drei Verbandsdirektoren Vorschläge erarbeiten, wie die Wirtschaft dabei helfen kann, die Impfkampagne zu beschleunigen», sagt Fabio Regazzi, Präsident des Gewerbeverbands, gegenüber dem «Tagesanzeiger».

    Firmenimpfung statt Lockdown

    Und dafür haben die Wirtschaftsverbände auch schon einige Ideen. «Ich persönlich», sagt Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt, «bin der Meinung, dass in der aktuellen Situation das Impfen ausnahmsweise auch während der Arbeitszeit ermöglicht werden sollte.» Gemessen an den potenziellen Schäden, die die Pandemie verursacht, seien das verkraftbare Kosten.

    Oder, so Vogt, eine weitere Option wären auch Impfungen gleich am Arbeitsplatz. «Es ist deutlich günstiger, Firmenimpfungen zu organisieren, als einen weiteren Lockdown zu riskieren.»

    Mobiles Impfzentrum Zürich
    Mit mobilen Impfangeboten für Gemeinden und Bildungsinstitutionen strebt die Gesundheitsdirektion des Kanton Zürich eine weitere Steigerung der Impfquote an. Nun wollen auch die Schweizer Wirtschaftsverbände solche Impf-Mobile für ihre Firmen. - Keystone

    Impf-Infos erreichen Migranten kaum

    Gewerbeverbandspräsident Regazzi hingegen plädiert auf einen besseren Informationsaustausch. «Meine Meinung ist, dass die Unternehmen primär bei der Kommunikation helfen können und weniger dabei, operativ Impfungen zu verabreichen.»

    Valentin Vogt
    Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands. - Keystone

    Denn: Vielerorts besteht eine Sprachbarriere. «Ein Problem ist, dass es in vielen Betrieben Mitarbeitende gibt, die Mehrheit davon mit Migrationshintergrund, die sich noch nicht impfen lassen», erklärt auch Arbeitgeberpräsident Vogt. Und das liege oft daran, dass die Impf-Infos sie noch nicht erreicht haben. «Hier könnten massgeschneiderte Betriebsinformationen helfen.»

    Kommentare

    Weiterlesen

    impfung coronavirus schweiz
    362 Interaktionen
    Keine Herdenimmunität
    Coronavirus Impfung Schweiz
    354 Interaktionen
    Geringerer Schutz
    Schweizerischer Gewerbeverband SGV
    36 Interaktionen
    Für betroffene Firmen

    MEHR AUS STADT BERN

    Rente
    2 Interaktionen
    Vorsorge
    SCL Tigers
    2 Interaktionen
    SCB unterliegt Ajoie
    YB Frauen
    3 Interaktionen
    Cup-Derby
    Kanton Bern
    Kanton Bern