Ruag

Ruag in mutmasslichen Millionenbetrug in Mexiko verwickelt

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Mexiko,

Ein mutmasslicher Millionenbetrug in Mexiko trifft die Ruag. Ein Geschäftspartner soll Warenwerte überhöht und so Mehrwertsteuervorteile abgeschöpft haben.

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Ein Geschäftspartner der Ruag in Mexiko sorgte für Probleme. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ruag ist in Mexiko in einen mutmasslichen Millionenbetrug verwickelt.
  • Ein Geschäftspartner überhöhte Warenwerte für Mehrwertsteuervorteile.
  • Es ist von strukturelle Mängeln bei der Ruag die Rede.

Der Schweizer Rüstungskonzern Ruag steht erneut im Rampenlicht – diesmal wegen eines mutmasslichen Betrugsfalls in Mexiko. Wie der «Sonntagsblick» berichtet, könnte der Staatsbetrieb durch manipulierte Importabwicklungen einen Millionenschaden erlitten haben.

Im Fokus steht ein lokaler Geschäftspartner, den die Ruag für den Export von Ersatzteilen und Wartungsarbeiten an F5-Kampfjets engagierte. Dieser trat offiziell als Importeur auf und hatte Zugriff auf kritische Angaben wie Warenwerte, Verzollung und Mehrwertsteuer.

Vermittler sackte zu hohe Mehrwertsteuer ein

Laut Recherchen wurde der Warenwert systematisch überhöht, sodass auf dem Papier hohe Mehrwertsteuerbeträge anfielen – zugunsten des Vermittlers.

Parallel dazu kassierte der Partner hohe Provisionen. Seine Ehefrau stellte zahlreiche Rechnungen für angebliche juristische Beratungen.

Muss die Politik der Ruag besser auf die Finger schauen?

Auch andere Dienstleistungen wie Übersetzungen wurden mit niedrigen Stundensätzen, aber extrem hohem Stundenvolumen verrechnet, wiederum inklusive aufgeblähter Mehrwertsteuer.

Bei der offiziellen Importtätigkeit wurden statt Pauschalen Prozentsätze des Warenwerts abgerechnet. Dies geschah selbst dort, wo eigentlich keine oder nur reduzierte Steuern fällig gewesen wären.

Fehlende Kontrollen

Der Skandal weist auf strukturelle Mängel in der Ruag hin, schreibt der «Sonntagsblick». Ein externer Partner konnte faktisch bestimmen, wie importiert wird, welche Dokumente verwendet werden und wer als offizieller Importeur auftrat.

Kritische Prüfungen oder Kontrollen fehlten offenbar.

Die Ruag selbst äussert sich im Bericht zurückhaltend: «Die durch den Verwaltungsrat in Auftrag gegebene forensische Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.»

Fest steht, dass die Zusammenarbeit mit dem mexikanischen Geschäftspartner beendet wurde. Ob in Mexiko Anzeige wegen Betrugs erstattet wurde, liess das Unternehmen offen.

Nicht erster Skandal bei Ruag

Die Ruag sieht sich immer wieder mit Skandalen konfrontiert. So kritisierte die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats den Bund wegen Aufsichtsfehlern bei geplanten Panzerverkäufen nach Deutschland.

Ein ehemaliger Kadermann soll mit Komplizen Armeematerial veruntreut und einen Schaden von mehreren zehntausend Millionen verursacht haben.

Kommentare

User #4804 (nicht angemeldet)

Die Bankenskandale haben sich abgenützt. Darum macht man jetzt mit der RUAG weiter.

User #3765 (nicht angemeldet)

Wieder ein Bundesbetrieb. Unglaublich.

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