Rheinmetall-Aktie erlebt massiven Kurssturz
Die Rheinmetall-Aktie verliert bis zu 16 Prozent. Eine erneute Prognosesenkung wegen Arminius belastet den Rüstungskonzern und verschärft Analystenkritik.

Die Rheinmetall-Aktie geriet am Donnerstag, 5. November 2026, massiv unter Verkaufsdruck. Im Xetra-Handel verlor das Papier zeitweise 16,4 Prozent und notierte bei 838,40 Euro.
Zwischenzeitlich fiel der Kurs sogar auf 818,70 Euro. Der Handelstag hatte noch bei 900 Euro begonnen, berichtet «finanzen.ch». Auslöser war eine erneute Korrektur der Jahresprognose.
Wie die «Morningstar» schreibt, senkte der Düsseldorfer Rüstungskonzern seine Umsatzerwartung zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten. Hauptgrund sind Verzögerungen beim Bundeswehr-Projekt Arminius.
Rheinmetall senkt Umsatzprognose wegen Arminius-Verzögerung
Statt der bisher erwarteten 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro rechnet Rheinmetall 2026 nur noch mit rund 13,2 Milliarden Euro Umsatz. Auch die Prognose für die operative Marge wurde angepasst: Sie sinkt von rund 19 auf etwa 18,5 Prozent.
Rheinmetall rechnet nicht mehr mit einem Auftragseingang für Arminius im laufenden Geschäftsjahr. Deshalb verschieben sich sowohl erwartete Anzahlungen als auch entsprechende Umsatzbeiträge ins kommende Jahr.

Zusätzlich verzögern sich Abnahmen einzelner Produktionslose für Artilleriemunition. Auch bei der Zusammenarbeit mit dem niederländischen Unternehmen Destinus können nicht sämtliche ursprünglich erwarteten Umsätze 2026 realisiert werden.
Analysten senken Kursziele nach Rheinmetalls Prognosekorrektur
Die Verzögerungen betreffen damit mehrere Geschäftsbereiche und belasten die Umsatzplanung des Konzerns für das laufende Geschäftsjahr. Die Prognosekorrektur löste auch bei den Analysten eine neue Bewertungsrunde aus.
Wie der «Goldesel» berichtet, reduzierten mehrere Banken ihre Kursziele für die Rheinmetall-Aktie. Die DZ Bank senkte ihren fairen Wert von 1705 auf 1205 Euro, bestätigte jedoch ihre Kaufempfehlung.
UBS reduzierte das Kursziel von 1360 auf 1100 Euro und hielt ebenfalls an «Buy» fest. Kepler Cheuvreux korrigierte sein Kursziel auf 1453 Euro, Metzler auf 1750 Euro.
Oddo, Bernstein und JPMorgan senken Rheinmetall-Kursziele
Deutlich vorsichtiger positionierten sich Oddo BHF und Bernstein. Oddo wechselte von «Outperform» auf «Neutral» und senkte das Kursziel von 1670 auf 1200 Euro.
Bernstein stufte die Rheinmetall-Aktie auf «Market-Perform» zurück. Gleichzeitig senkte das Analysehaus das Kursziel von 1200 auf 1000 Euro.
Auch JPMorgan passte seine Bewertung an. Analyst David Perry senkte der «Morningstar» zufolge das Kursziel von 1350 auf 1150 Euro und behielt die neutrale Einstufung bei.
Starkes Quartal trotz gesenkter Jahresprognose
Trotz der negativen Börsenreaktion präsentierte Rheinmetall für das dritte Quartal deutliche operative Zuwächse. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 2,31 auf 3,15 Milliarden Euro.
Das entspricht einem Wachstum von rund 36 Prozent. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 62 Prozent auf 553 Millionen Euro.
Die operative Marge erreichte 17,5 Prozent, nach 14,8 Prozent im Vorjahresquartal. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn stieg von 152 auf 296 Millionen Euro und übertraf die Analystenerwartungen.
Starkes Neunmonatsergebnis trotz gesenkter Prognose
In den ersten neun Monaten 2026 erhöhte sich der Konzernumsatz um 38 Prozent auf 8,38 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erreichte 1,34 Milliarden Euro, verglichen mit 795 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Diese Zahlen veröffentlichte «Morningstar» auf Grundlage des Quartalsberichts. Besondere Aufmerksamkeit dürfte deshalb dem Kapitalmarkttag am 27. November 2026 gelten.

JPMorgan-Analyst Perry erwartet laut der «Morningstar», dass Rheinmetall dort auch seine bisherigen Wachstumsziele für 2030 nach unten korrigieren könnte. Unterdessen bleibt die Aktie deutlich unter ihren früheren Höchstständen.
















