Versteckte KI-Gewinner: Mehr Produktivität könnte Konsum ankurbeln

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    Zürich,

    Die Folgen künstlicher Intelligenz für den Schweizer Arbeitsmarkt dürften laut KOF-Ökonom Michael Siegenthaler weniger gravierend ausfallen als befürchtet. Allerdings könnten die Auswirkungen für einzelne Betroffene erheblich sein.

    Künstliche Intelligenz könnte die Produktivität im Büro steigern, gleichzeitig aber auch Arbeitsplätze gefährden. (Symbolbild)
    Künstliche Intelligenz könnte die Produktivität im Büro steigern, gleichzeitig aber auch Arbeitsplätze gefährden. (Symbolbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

    Künstliche Intelligenz könnte in der Schweiz nicht nur Arbeitsplätze gefährden, sondern auch indirekte Gewinner schaffen. Davon könnten etwa Hotels oder Yoga-Studios profitieren, wenn die Konsumentinnen und Konsumenten dank Produktivitätsgewinnen mehr Geld zur Verfügung haben.

    «KI hat das Potenzial, die Produktivität der Arbeitnehmenden erheblich zu steigern», sagt KOF-Ökonom Michael Siegenthaler im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Unternehmen könnten dadurch Kosten sparen und diese in tiefere Preise oder neue Investitionen stecken. Zudem könnten produktivere Arbeitnehmende höhere Löhne erhalten.

    «Es könnte sein, dass es viele indirekte Gewinner durch KI gibt», sagt Siegenthaler. So könnten etwa Yoga-Studios oder Hotels profitieren, weil den Menschen mehr Geld zum Ausgeben zur Verfügung stehe. Solche Effekte seien allerdings schwieriger der Technologie zuzuordnen. «Die Verlierer einer Technologie sind immer einfacher zu sehen als die Gewinner.»

    5000 bis 20'000 Personen betroffen

    Besonders exponiert gegenüber generativen Sprachmodellen wie ChatGPT sind laut Siegenthaler IT- und Sprachberufe, darunter im Marketing, Journalismus und Personalwesen. Weniger betroffen seien manuelle Tätigkeiten wie auf dem Bau oder in der Reinigung sowie Dienstleistungen mit direktem Menschenkontakt, etwa in der Bildung, Pflege oder Gastronomie.

    Der KOF-Ökonom schätzt, dass in der Schweiz vielleicht zwischen 5000 und 20'000 Personen wegen KI arbeitslos geworden sind. Gemessen an den gut fünf Millionen Erwerbstätigen sei dies keine «riesige Zahl».

    Problematisch sei jedoch, dass die Betroffenen häufig hoch qualifiziert seien und deshalb überdurchschnittliche Kosten für die Arbeitslosenversicherung verursachten. Zudem könne längere Arbeitslosigkeit psychische und physische Folgen haben.

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