Rheinmetall mit starken Zahlen, aber gesenkter Umsatzprognose
Rheinmetall erzielt Rekordzahlen, muss den Umsatzausblick wegen des Fregatten-Ausfalls F126 jedoch leicht reduzieren.

Rheinmetall AG hat im ersten Halbjahr 2026 Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Nach der Anpassung der Jahresprognose wegen des gestoppten Fregattenprogramms F126 geriet die Aktie unter Druck.
Rheinmetall bestätigte die bereits vorläufig gemeldeten Halbjahreszahlen, wie «Der Aktionär» berichtet. Der Konzern steigerte den Umsatz um 39 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro.
Das operative Ergebnis erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 74 Prozent auf 786 Millionen Euro. Die operative Ergebnismarge verbesserte sich auf 15,0 Prozent nach 12,1 Prozent im Vorjahreszeitraum.
F126-Stopp beeinflusst Jahresausblick
Technologie- und Rüstungskonzern verwies in seinem Halbjahresfinanzbericht auf eine weiterhin hohe Nachfrage nach Verteidigungstechnologien. Steigende Verteidigungsbudgets in mehreren Ländern stützen die Entwicklung des militärischen Geschäfts.
Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni 2026 einen Wert von 80,5 Milliarden Euro. Der sogenannte Rheinmetall Nomination lag im ersten Halbjahr bei 16,2 Milliarden Euro und übertraf damit den Vorjahreswert.
Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde laut «Rheinmetall» dennoch angepasst. Grund dafür ist die Stornierung des Fregattenprogramms F126, wodurch sich die erwarteten Erlöse um bis zu 300 Millionen Euro reduzieren.
Aktie nach Zahlen unter Druck
Rheinmetall rechnet nun für 2026 mit einem Konzernumsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro. Die operative Ergebnismarge soll weiterhin bei rund 19 Prozent liegen.
Trotz der Prognoseanpassung entwickelten sich mehrere Geschäftsbereiche positiv. Besonders die Segmente Vehicle Systems, Weapon and Ammunition sowie Air Defence verzeichneten deutliche Zuwächse.
Die Division Air Defence steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr um 62 Prozent. Der Auftragseingang erhöhte sich «Rheinmetall» zufolge vor allem durch Bestellungen für Flugabwehrsysteme wie Skynex und Skyranger.
Rheinmetall nach Zahlen: Aktie verliert, Marinegeschäft im Fokus
Die Rheinmetall-Aktie reagierte nach den Zahlen mit Verlusten. Laut der «Wallstreet online» fiel der Kurs am 6. August 2026 zeitweise um rund 2,7 Prozent auf etwa 1179,60 Euro.
Die im Jahr 2026 übernommene Marinesparte Naval Vessels Lürssen (NVL) rückte durch die F126-Stornierung stärker in den Fokus. Vorstandschef Armin Papperger betonte, dass der Einstieg in das Marinegeschäft unabhängig vom Projekt strategisch bedeutend sei, wie «Der Aktionär» schreibt.

Rheinmetall will den Marinebereich weiterentwickeln und nach eigenen Angaben zusätzliche internationale Aufträge gewinnen. Der Konzern sieht die hohe Nachfrage nach Verteidigungslösungen weiterhin als Grundlage für die geplante Geschäftsentwicklung.












