Philips muss sein Umsatzziel für 2022 wegen Lieferkettenproblemen nach unten korrigieren.
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Philips hat den Hauptsitz in Amsterdam. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Philips korrigiert sein Umsatzziel für 2022 nach unten.
  • Statt eines Plus von bis zu fünf Prozent werden nur noch maximal drei Prozent erwartet.
  • Schuld daran sind Lieferkettenprobleme und die Corona-Lockdowns in China.

Der Medizintechnikkonzern Philips wird wegen fortgesetzter Lieferkettenprobleme und der Corona-Lockdowns in China pessimistischer für das Gesamtjahr.

Für 2022 erwartet das Unternehmen nun einen Zuwachs beim Umsatz auf vergleichbarer Basis von ein bis drei Prozent. Dies teilte das Unternehmen am Montag in Amsterdam mit. Zuvor hatten die Niederländer mit einem Plus von bis zu fünf Prozent gerechnet. Dabei setzt das Management auf eine Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte.

Umsatz wegen Lieferproblemen geschrumpft

Im zweiten Quartal schrumpfte der Umsatz wegen Problemen in der Lieferkette und längerer Lockdowns in China auf 4,2 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis sanken die Erlöse um sieben Prozent. Hier sind Effekte aus Währungsschwankungen sowie Zu- und Verkäufe ausgeklammert. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) sank vor allem aufgrund deutlich gestiegener Kosten um knapp 60 Prozent auf 216 Millionen Euro.

Unter dem Strich fiel ein Verlust im fortgeführten Geschäft von 26 Millionen Euro an. Ein Jahr zuvor hatte Philips einen Gewinn von 63 Millionen Euro ausgewiesen. Mit einer Besserung rechnet das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte. Ein starker Auftragsbestand und verbesserte Lieferungen von Komponenten sollen Wachstum und Rentabilität bringen.

Philips kämpft nicht nur mit Lieferkettenproblemen

Philips hat derzeit nicht nur Lieferkettenprobleme, sondern es kommen zahlreiche Gerichtsverfahren wegen Produktproblemen im Zusammenhang mit geräuschdämpfendem Schaumstoff in Beatmungsgeräten zur Behandlung von Schlafapnoe hinzu. Benutzer behaupten, dass das Einatmen des Schaumstoffs nach seinem Zerfall ein Krebsrisiko darstellt. Das Unternehmen hat im Juni letzten Jahres mit dem ersten Rückruf der potenziell fehlerhaften Geräte begonnen. Bisher wurden finanzielle Rückstellungen von rund 885 Millionen Euro vorgenommen.

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