In Indonesien wird kein Palmöl mehr exportiert. Die Massnahme sorgt beim Pflanzenfett nun für einen massiven Preisanstieg.
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In vielen Ländern wie Indonesien musste Regenwald für Ölpalmen weichen. (Archivbild) - sda - Keystone/EPA/DEDI SINUHAJI

Das Wichtigste in Kürze

  • Indonesien stoppte kürzlich den Palmöl-Export.
  • Das Ausfuhrverbot hat weltweite Folgen, denn das Speiseöl steckt in vielen Lebensmitteln.
  • Die Preise von Pflanzenfetten in den Läden schnellen nun in die Höhe.

Letzten Freitag überraschte Indonesien mit einem Stopp von Palmöl-Exporten. Staatspräsident Widodo begründet die Entscheidung mit der Versorgung der eigenen Bevölkerung, die so gesichert werden soll.

Die Preise des Speiseöls im südostasiatischen Land stiegen in letzter Zeit aufgrund knapper Bestände extrem. Die Bevölkerung reagierte darauf mit Protesten, welche drohten, die Regierung zu destabilisieren.

Der Einfluss des Exportverbotes von Palmöl

Der Stopp des Palmöl-Exports beeinflusst nicht nur die Verfügbarkeit von Palmöl allein. «Deutschlandfunk» zitierte den Rohstoffexperten James Fry von der Beratungsfirma LMC International. Laut Fry gibt es derzeit eine ganze Reihe von Angebotsengpässen.

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Speiseöle wie Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Palmöl in einem Ladenregal. - Keystone

Wegen der Dürre in Südamerika mangelt es an Sojaöl und die Missernte in Kanada beeinflusst die Menge des Rapsöls. Die Preise der Öle wurden dadurch in den vergangenen sechs Monate um 50 Prozent in die Höhe geschossen.

Der Agrar-Ökonomen Matin Qaim ist sich sicher, dass sich der Exportstopp auch auf die Preise von Lebensmitteln auswirkt. Qaim meint, dass Europa etwa sieben Millionen Tonnen Palmöl pro Jahr importieren lässt. Die Hälfte davon fliesst in die Verarbeitung von Lebensmitteln und Kosmetika und die andere Hälfte wird zu Biodiesel verarbeitet.

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